Austrocknung der Privaten schadet auch der GKV

Pressemitteilung

Möhrle warnt vor systemverändernden Eingriffen Berlin

Berlin, 28.10.2005 – „Das gegliederte System der Krankenversicherung
in Deutschland hat sich bewährt. Es gibt keinen
Anlass, daran Änderungen vorzunehmen, die zu einer
Austrocknung der privaten Krankenversicherung führen würden",
erklärte heute Dr. Alfred Möhrle, Vorsitzender des Ausschusses
„Gebührenordnung" der Bundesärztekammer. Überlegungen zur
Anhebung der Versicherungspflichtgrenze sowie einer
Angleichung der Vergütungssysteme von gesetzlicher und privater
Krankenversicherung erteilte Möhrle eine klare Absage. Derartige
Maßnahmen würden zwar den Kreis der Versicherten in der
gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kurzfristig erhöhen. Den
zusätzlichen Einnahmen stünden aber auch Mehrausgaben
gegenüber: „Das ist bestenfalls ein Nullsummenspiel." Mit
Sicherheit jedoch würden durch die Zwangsrekrutierung neuer
GKV-Mitglieder zu Lasten der privaten Krankenversicherer auch
zusätzliche Einnahmequellen versiegen: „Die Begrenzung des
Versichertenkreises der Privaten würde zwangsläufig auf eine
Reduzierung der hohen Quersubventionierung des unterfinanzierten
Systems der GKV durch privat Krankenversicherte
hinauslaufen. Denn diese leisten durch Zahlung höherer Beiträge
im Krankenhaus und in der ambulanten Versorgung einen
unverzichtbaren Beitrag zur Finanzierung der GKV", sagte Möhrle.
Diesen Beitrag durch Anhebung der Versicherungspflichtgrenze
oder durch Angleichung der Vergütungssysteme zu gefährden,
heiße zugleich, die Leistungsfähigkeit der GKV weiter
einzuschränken und ihre finanzielle Grundlage auszudünnen.
„Systemverändernde Eingriffe in dieses austarierte Gleichgewicht
haben fatale Folgen", gibt Möhrle allen politisch Verantwortlichen
zu bedenken.

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