Ausbildung in Teilzeit

Die duale Berufsausbildung gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG) ist grundsätzlich als Vollzeitausbildung (ca. 40 Stunden) angelegt, weil Ziel der Berufsausbildung nicht nur die Vermittlung der für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse in einem geordneten Ausbildungsgang, sondern auch der Erwerb der erforderlichen Berufserfahrung ist (vgl. § 1 Abs. 3 BBiG). Dafür ist es erforderlich, dass der Auszubildende an den täglichen Betriebsabläufen möglichst realitätsnah mitwirken kann. Dabei ist zu berücksichtigen, dass pro Woche ca. 12 Stunden für den Berufsschulunterricht anfallen, die von der betrieblichen Ausbildungszeit abzuziehen sind.

Es ist aber grundsätzlich möglich, die Berufsausbildung auch in Teilzeit (ca. 30 Stunden) durchzuführen. Die Rechtsgrundlage bildet § 7a Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Die Teilzeitberufsausbildung wird auf Antrag durch Unterzeichnung beider Vertragsparteien seitens der Landesärztekammer Hessen geprüft und genehmigt. Den Antrag können Sie bei dem zuständigen Sachbearbeiter anfordern. Die Kontaktdaten finden Sie am rechten Rand dieser Seite (Mobilnutzer am Seitenende).

Die Ausbildungszeit darf 30 Stunden pro Woche nicht unterschreiten. Der Berufsschulbesuch kann nicht in Teilzeit durchgeführt werden, Befreiungen im Einzelfall sind möglich.

Die durch die BBiG-Novelle festgelegte entsprechende Verlängerung hat zur Folge, dass sich die Ausbildungszeit der Auszubildenden bis um das Eineinhalbfache der Dauer, die in der Ausbildungsordnung zum/zur Mediznischen Fachangestellten in Vollzeit festgelegt ist (§ 7a Abs. 2 S. 1 BBiG) ist, verlängern kann.

Folgende Varianten sind möglich:

Variante 1:

Teilzeitberufsausbildung > Verlängerung der Ausbildungsdauer (§ 7a Abs. 2 BBiG)
Berechnungsgrundlage der Verlängerung:

  • Ausbildungsbeginn bzw. Datum der Fortführung in Teilzeit
  • Festgelegte Wochenstundenanzahl in Vollzeit

Variante 2:

Teilzeitberufsausbildung in Kombination einer Verkürzung (Verkürzungsgrund muss vorliegen) > Verlängerung der Ausbildungsdauer (§ 7a Abs. 2 BBiG)
Berechnungsgrundlage der Verlängerung:

  • Ausbildungsbeginn bzw. Datum der Fortführung in Teilzeit
  • Festgelegte Wochenstundenanzahl in Vollzeit
  • Verkürzung um 6 Monate (§ 8 Abs. 1 BBiG)

Unabhängig von der Wahl der möglichen Varianten erhalten Sie ein Genehmigungsschreiben mit Angabe des Verlängerungszeitraumes.

Eine Verlängerung der Ausbildungszeit von vorneherein ist nicht möglich, kann aber im Einzelfall nach den Voraussetzungen des BBiG genehmigt werden.

Die Anforderungen in der Zwischenprüfung und in der Abschlussprüfung bleiben unverändert, die Teilzeit-Ausbildung kann hierbei nicht berücksichtigt werden, weil die erforderliche berufliche Qualifikation erworben werden muss.

Unsere Ausbildungsberater/-innen informieren Sie gerne bei Fragen zur Teilzeitausbildung.

Auf der Website Arbeitswelt Hessen erhalten Sie weitere umfassende Informationen.

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