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Transplantationsbeauftragte

1. Erfahrungsaustausch für Transplantationsbeauftragte fand am 27.02.2020 statt

Am 27.02.2020 fand in den Räumlichkeiten der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) der erste Erfahrungsaustausch für Transplantationsbeauftragte (TxB) statt. Entsprechend des Einzugsgebiets der DSO Region Mitte, die am darauffolgenden Tag ihre Jahrestagung in der LÄKH ausrichtete, konnten sich ca. 50 Teilnehmende aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland austauschen und interessanten Vorträgen folgen. Dr. med. Jana Godau und Mathias Drabsch, TxB aus dem Klinikum Kassel, berichteten über ihre praktischen Erfahrungen und die Herausforderungen, die die Funktion des TxB tagtäglich mit sich bringt. Dr. med. Gertrud Greif-Higer, Geschäftsführerin des Ethikkomitees der Universitätsmedizin Mainz, betrachtete aktuelle Fragestellungen zur Organtransplantation in Deutschland aus der ethischen Perspektive. Anne-Bärbel Blaes-Eise, Koordinatorin der DSO, referierte über die wichtige Aufgabe der Patienten- und Angehörigenbetreuung mit deren Herausforderungen und Chancen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde außerdem Dr. Martha von Westerholt für Ihren langjährigen Einsatz für die Transplantationsmedizin, den hessischen Rettungsdienst, ihre Tätigkeit im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) für die Ärzteschaft sowie viele andere medizinische Themen mit der Ehrenplakette der Landesärztekammer Hessen in Bronze geehrt.

Einige TxB sind "Einzelkämpfer"

Nach einem Grußwort des saarländischen Ärztekammerpräsidenten Dr. med. Josef Mischo richtete Nina Walter, Leiterin der Stabsstelle Qualitätssicherung und stellv. Ärztliche Geschäftsführerin der LÄKH, einige Fragen an die Teilnehmenden. Die Antworten zu den Rahmenbedingungen der Arbeit der anwesenden TxB wurden dabei live mithilfe eines TED-Abfragesystems ermittelt. 80% sind im ärztlichen und 20% im pflegerischen Bereich tätig. Die Hälfte der Antwortenden arbeitet in einem Entnahmekrankenhaus ohne Neurochirurgie, je ein Viertel in einem Krankenhaus mit Neurochirurgie oder einem Universitätsklinikum. 37% der TxB sind "Einzelkämpfer" in ihrer Einrichtung, 47% arbeiten in einem Team von zwei bis fünf TxB und 16% mit mehr als fünf TxB zusammen. Unter diesem Eindruck wurde im Laufe des Tages und insbesondere in der Podiumsdiskussion am Ende der Veranstaltung über das Thema Vernetzung diskutiert.

Vernetzung – Unbedingt! Aber wie?

Zu dieser Frage bezogen die drei TxB aus Hessen, Sabine Moos (Universitätsklinikum Gießen), Dr. med. Jana Godau (Klinikum Kassel) und Dr. med. Stephan Klösel (GPR Klinikum Rüsselsheim) Stellung. Ergänzt wurde die Runde durch Dr. Hilal Yahya (TxB aus dem Klinikum Duisburg-Nord), der Mitglied im Vorstand des "Netzwerkes TxB" in Nordrhein-Westfalen ist und konkrete Erfahrungen und Ratschläge in die Diskussion einbringen konnte. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass eine Vernetzung der TxB unbedingt notwendig ist. Der Bedarf hierzu ergibt sich laut den Anwesenden nicht zuletzt daraus, dass einige TxB vor allem in kleineren Einrichtungen ihre Funktion alleine ausüben müssen. Aus den unterschiedlichen Rahmenbedingungen der TxB ergeben sich verschiedene Netzwerkziele, wie z. B. Unterstützungsmöglichkeiten bezüglich der alltäglichen Basisarbeit oder Mitgestaltung politischer Prozesse mit "einer Stimme". Die entsprechenden Umsetzungsmöglichkeiten eines Netzwerkes reichen von niedrigschwelliger Gestaltung über kurzfristige Kommunikationswege bis hin zu einer überregionalen Organisationsstruktur. Insbesondere auf der regionalen Ebene könnten bereits bestehende Plattformen und Projekte genutzt werden. Ein Beispiel hierfür sind bereits etablierte Qualitätszirkel und Fortbildungsmöglichkeiten in Kooperation mit verschiedenen Einrichtungen.
Die Teilnehmer entwickelten im Rahmen der Podiumsdiskussion zahlreiche konkrete Ideen. Es wurde der Wunsch geäußert, die Kommunikation zwischen den TxB sowohl von ärztlicher als auch von pflegerischer Seite durch eine logistische Unterstützung seitens der LÄKH zu fördern. Es wurde allerdings mehrfach betont, dass die Aktivierung der Kommunikation von den TxB selbst ausgehen und aufrechterhalten werden muss. Als Instrument für den Austausch könnte ein digitales Forum dienen, dessen Umsetzungsmöglichkeiten die LÄKH derzeit prüft. Auf einer solchen Plattform könnten neben einem Meinungsaustausch und gegenseitigen Hilfestellungen auch Vorlagen, Dokumente u. Ä. ausgetauscht werden. Dies könnte ein Startschuss für weitere Strukturen wie bspw. Qualitätszirkel, "Stammtische", oder regionale Vereinigungen sein. Auch eine Verknüpfung mit dem bereits bestehenden Netzwerk in Nordrhein-Westfalen könnte möglich sein.

Ihre Mithilfe ist gefragt

Insbesondere im Beauftragtenwesen zeigt sich, dass ein regelmäßiger Austausch untereinander sehr hilfreich sein kann. Um eine solche Vernetzung auch unter den TxB auf die Beine zu stellen, bietet die LÄKH in Abstimmung mit der Ärztekammer des Saarlandes und der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz gerne ihre Unterstützung an. Doch dieses Vorhaben muss zunächst durch aktive Mitstreiter mit Leben gefüllt werden.

Sie haben Interesse an der Mitgestaltung eines TxB-Netzwerkes? Oder haben bereits erfolgreiche Strukturen, die weiter ausgebaut werden können? Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe und Vorschläge zur gemeinsamen Umsetzung:

Ansprechpartnerin:
Silke Nahlinger, MPH
Stabsstelle Qualitätssicherung
der Landesärztekammer Hessen
E-Mail: silke.nahlinger@laekh.de
Fon: 069 97672-304