Landesärztekammer Hessen verurteilt Repressionen gegen die türkische Ärzteschaft

Pressemitteilung

Die Landesärztekammer Hessen verurteilt auf das Schärfste die jüngste Entscheidung eines Zivilgerichts in Ankara, elf gewählte Mitglieder des Zentralrates des Türkischen Ärztebundes (TTB) unter dem Vorwurf der Terrorismusförderung ihrer Ämter zu entheben.

"Die Vorgehensweise gegenüber unseren Kolleginnen und Kollegen in der Türkei ist äußerst besorgniserregend und für uns absolut inakzeptabel“, erklärt Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer Hessen. „Wir fordern ein Ende des indiskutablen Vorgehens seitens des türkischen Staates gegenüber Ärztinnen und Ärzten!" Die hessische Ärzteschaft stehe solidarisch an der Seite der betroffenen Ärzte, insbesondere auch der Präsidentin Prof. Dr. Şebnem Korur Fincancı, die erst im Oktober 2022 verhaftet worden war, so Pinkowski.

Fincancı wurde im vergangenen Januar wegen angeblicher Verbreitung terroristischer Propaganda zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Ihr wurde zur Last gelegt, eine unabhängige Untersuchung des Einsatzes chemischer Waffen durch die türkische Armee gefordert zu haben. Schon seit Jahren beobachtet die Landesärztekammer Hessen die Entwicklungen in der Türkei mit Sorge. Die am 30.11.2023 verhängten Amtsenthebungen sieht Präsident Pinkowski als eine neue Dimension der Repression. 

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