"Ist Irren noch menschlich?" - Strukturwandel im Gesundheitswesen und seine Auswirkungen auf das psychotherapeutische Handeln

Pressemitteilung

Die Hessische Landesärztekammer (LÄKH) und die Hessische Landeskammer für Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutinnen und -therapeuten (LPPKJP) veranstalten gemeinsam eine Fachtagung zum

Strukturwandel im Gesundheitswesen
und seine Auswirkungen auf das
psychotherapeutische Handeln
- "Ist Irren noch menschlich?" -
am 23./24. Januar 2009
Haus am Dom Frankfurt

Unter dem Titel: "Ist Irren noch menschlich?" wird am Freitag Abend um 20.00 Uhr der renommierte Sozialpsychiater Prof. Dr. Klaus Dörner einen öffentlichen Einführungsvortrag halten.
Am Samstag (für Besucher kostenpflichtig) folgen für die Fachöffentlichkeit Vorträge von Dr. Bernd Hontschik: "Die Wa(h)re Gesundheit", Prof. Dr. Johannes Fischer: "Die therapeutische Beziehung unter dem Druck der Rationierung - Überlegungen aus ethischer Sicht" und Dipl.-Psych. Helga Kühn-Mengel, Patientenbeauftragte der Bundesregierung: "Psychotherapie - ein unverzichtbarer Teil des Gesundheitssystems".

Am Nachmittag stehen verschiedene Foren auf dem Programm, u.a. zu neuen Vertrags- u. Versorgungsformen, zu neueren Entwicklungen in der Stationären Psychotherapie, zu Perspektiven der Psychotherapie nach Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und zur Qualitätssicherung.

Von wesentlicher Bedeutung für den Erfolg einer psychotherapeutischen Behandlung - das zeigen inzwischen alle Forschungsstudien zum Einsatz und zur Wirksamkeit von Psychotherapie - ist die spezifische Beziehung zwischen Patient/in und Psychotherapeut/in. Der durch ökonomisches Denken motivierte Wunsch nach mehr Transparenz und nach externer Steuerung des diffizilen, interpersonellen Behandlungsprozesses bedroht die Psychotherapie in ihrem Kern. In jeder psychotherapeutischen Behandlung entwickelt sich ein höchst individuelles Geschehen zwischen Therapeut und Patient, dem eine wesentlich aktivere Rolle abverlangt wird, als in der organme-dizinischen Behandlung. Dieses Geschehen lässt sich nicht normieren. Eng gefasste Behandlungsleitlinien und externe Prozesssteuerung durch den Kostenträger entsprechen zwar den Rationalisierungsbestrebungen der Gesundheitsökonomie, doch sie bedrohen die Wirksamkeit von Psychotherapie überhaupt.

Die vom Gesetzgeber mit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz fortgesetzte Politik einer zunehmend marktwirtschaftlichen Ausrichtung der Gesundheitsversorgung schreitet voran und macht auch vor der psychotherapeutischen Krankenbehandlung nicht Halt. Die psychotherapeutische Arbeit muss sich jedoch zuallererst an den Bedürfnissen der leidenden Menschen orientieren. Um zu diskutieren, inwieweit sich die Strukturveränderungen schon heute auf die Arbeitsrealität von Psychotherapeuten in Praxen und Kliniken auswirken und um Antworten auf die zukünftige Entwicklung zu finden, treffen sich am Samstag, dem 24.01.09 ärztliche, psychologische und Kinder- u. Jugendlichenpsychotherapeuten.

Weitergehende Informationen erhalten Sie bei der LÄKH und der LPPKJP Hessen.

Ansprechpartner:
Johann Rautschka-Rücker
Geschäftsführer Landeskammer für psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten Hessen
Fon: 0611 53168-16
Fax: 0611 53168-29

Katja Möhrle, M.A.
Pressereferentin der Landesärztekammer Hessen
Fon: 069 97672-188
Fax: 069 97672-224
E-Mail: katja.moehrle@laekh.de

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