Ärztekammer befürchtet Hausärztemangel in Hessen

Pressemitteilung

"In Hessen ist die flächendeckende hausärztliche Versorgung gefährdet", mahnt Ärztekammerpräsidentin Dr. med. Ursula Stüwe. So beobachte die Kammer mit Sorge, dass die Anzahl der neuen Allgemeinmediziner kontinuierlich abnehme. Laut Statistik sei die Zahl im vergangenen Jahr sogar um zwei Drittel zurückgegangen: Während im Jahr 2005 noch 162 frischgebackene Fachärzte für Allgemeinmedizin ihre Prüfungsurkunde entgegennahmen, konnte die Urkunde 2006 nur 49 mal vergeben werden.

Auch wenn man Schwankungen durch geänderte Weiterbildungszeiten bei der Auswertung der Kammer-Statistik berücksichtigen müsse (seit 2006 hat sich die Weiterbildungszeit des Allgemeinarztes von 3 bzw. 4 Jahre auf 5 Jahre erhöht), sei der eklatante Rückgang damit allein nicht zu erklären, sagte Stüwe heute in Frankfurt. "Es sind in erster Linie die Rahmenbedingungen, die schon lange nicht mehr stimmen." Sie führten vor allem im hausärztlichen Bereich und hier wiederum insbesondere in ländlichen Gebieten dazu, dass es für niedergelassene Allgemeinärzte immer schwieriger werde, Nachfolger für ihre Praxen zu finden.

Stüwe forderte daher die politischen Entscheidungsträger auf, die Arbeitsbedingungen für die hausärztliche Tätigkeit entscheidend zu verbessern: "Dazu gehört eine spürbare Entlastung von administrativen Tätigkeiten und eine angemessene Honorierung der medizinischen Tätigkeit", unterstrich die Ärztekammerpräsidentin.

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