Eine lakonische Antwort von Thure von Uexküll (1908 -2004) lautet: "Rein somatisch ist gar nichts. Es gibt nur psychosomatische Krankheiten... Das gelte auch für Knochenbrüche und einen Sehnenabriss“.Victor von Weizäcker (1886 -1957) bemerkte „wir brauchen ein biografisches Verständnis menschlichen Krankseins und sollten uns als Ärzte die Frage nach dem Sinn der Krankheit stellen“.
Das Wort „Psyche“ löst sowohl bei den Patienten als auch bei Ärzten Angst und Schrecken aus, da viele negative Verknüpfungen mit verbunden sind: Die einen wollen „kein Ding an der Waffel“ haben, die anderen rollen mit den Augen, weil es jetzt anstrengend wird. „Psyche“ hergeleitet aus dem Griechischen heißt der „beseelte Mensch“, also der Mensch mit seiner einzigartigen Biografie, in seiner jetzigen Lebenslage, mit seinen Fähigkeiten und mit seinen Grenzen.
Bei ca. 50 % der Patienten sollten Ärzte die bio-emotional-soziale Verfasstheit mit abfragen, um ein besseres Verständnis für den Patienten zu bekommen und damit medizinische Diagnostik und Therapie anzupassen. Gelingt dies, macht sowohl Arzt als auch Patient sein durch die Begegnung auf Augenhöhe mehr Spaß. Neben die organmedizinische Diagnose tritt die Beziehungsdiagnose und die Gesamtsicht auf genau diesen besonderen Menschen. An die Stelle des Defizitären wird so das Konstruktive treten. 35 % aller Patienten können so ohne „Fach-Psychotherapie“ gut begleitet werden.
Praktische Tools sorgen dafür, sicher und klar psychosomatische Patienten im ärztlichen Alltag zu begleiten.
