Klassische Fortbildungen folgen meist einem festen Muster: Vortrag, kurze Fragerunde, nächster Vortrag. Das „Talk-Update“ der Akademie bricht dieses Muster bewusst auf. Zwei Moderatoren und zwei Expertinnen und Experten nehmen gemeinsam auf dem Podium Platz. Jedes der vier Themen wird zunächst in einem kompakten Kurzreferat von rund 15 Minuten eingeführt – bewusst nicht erschöpfend, sondern als Ausgangspunkt. Anschließend übernehmen die Moderatoren: Sie fragen nach, hinterfragen, bringen Fälle aus der eigenen Praxis ein und holen das Publikum von Beginn an ins Gespräch.

Das Ziel ist ein Wissenserwerb durch Fragen und Diskussion statt durch reine Wissensvermittlung. Die Teilnehmenden sollen nicht nur zuhören, sondern eigene Erfahrungen, Zweifel und Fragen einbringen – im Saal ebenso wie per Chat und Wortmeldung im Webinar. Die Schwelle zwischen Publikum und Podium wird dabei so niedrig wie möglich gehalten: Es gibt keine „dummen Fragen“, die Referierenden stehen ausdrücklich für Nachfragen zu Detailproblemen des eigenen klinischen Alltags zur Verfügung.

Um möglichst vielen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen, findet die Veranstaltung hybrid statt: vor Ort bei der Landesärztekammer Hessen oder als Live-Webinar über Zoom – mit gleichwertiger Möglichkeit zur Beteiligung an der Diskussion.

Angebot der Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung der Landesärztekammer Hessen

Termin: Mittwoch, 21.10.2026, 18–19:40 Uhr in Präsenz und als Live-Webinar

Die vier Themen im Überblick

I. Cell Saver und Patient Blood Management in der Geburtshilfe.

Peripartale Blutungen gehören zu den gefürchteten Notfällen im Kreißsaal. Die maschinelle Autotransfusion galt in der Geburtshilfe lange als kontraindiziert – heute wird sie zunehmend eingesetzt. Welche Evidenz trägt diesen Wandel, wo liegen die praktischen Hürden, und wie fügt sich der Cell Saver in ein PBM-Konzept für Schwangere ein? (Prof. Dr. med. Vanessa Neef, Frankfurt)

II. Postpunktionskopfschmerzen nach PDA – Epiduraler Blutpatch und alternative Therapieoptionen.

Der Blutpatch ist etabliert, aber invasiv und nicht bei jeder Patientin die erste Wahl. Zugleich gewinnen alternative Verfahren – von Sphenopalatinum-Blockaden bis zu medikamentösen Ansätzen – an Aufmerksamkeit. Wann abwarten, wann patchen, wann welche Alternative? Ein Thema, das direkt in die tägliche Entscheidung am Bett führt. (Prof. Dr. med. Vanessa Neef, Frankfurt)

III. SGLT2-Inhibitoren in der perioperativen Medizin.

Gliflozine sind längst nicht mehr nur Antidiabetika, sondern fester Bestandteil der Herzinsuffizienz- und Nierentherapie – und damit bei immer mehr operativen Patientinnen und Patienten im Medikationsplan. Die euglykämische Ketoazidose ist die relevante perioperative Gefahr. Wie lange pausieren, wen besonders überwachen, und was bedeutet das für Ambulanz und Prämedikation? (Prof. Dr. med. Michael Sander, Gießen)

IV. GLP-1-Rezeptoragonisten in der perioperativen Medizin.

Semaglutid und Co. verzögern die Magenentleerung – mit der Folge unerwartet voller Mägen trotz eingehaltener Nüchternzeiten und einem erhöhten Aspirationsrisiko. Die Empfehlungen der Fachgesellschaften sind in Bewegung. Absetzen oder nicht? Magensonografie als Routine? Welche Narkoseeinleitung ist angemessen? Ein Feld, in dem sich Wissen derzeit fast im Monatsrhythmus verändert. (Prof. Dr. med. Michael Sander, Gießen)

Auf dem Podium

  • Veranstaltungsleitung: Prof. Dr. med. Thorsten Steinfeldt, Frankfurt
  • Tagesleitung und Moderation: Prof. Dr. med. Haitham Mutlak, Offenbach
  • Expertise: Prof. Dr. med. Vanessa Neef, Frankfurt; Prof. Dr. med. Michael Sander, Gießen

Prof. Dr. med. Thorsten Steinfeldt

Anästhesie „State of the Art“ – Talk-Update
Termin:Mittwoch, 21.10.2026, 18–19:40 Uhr Hybridveranstaltung
Information und Anmeldung:Jennifer Konert, M.A.
Fon: 06032 782-219
E-Mail: jennifer.konert@laekh.de
www.akademie-laekh.de