Editorial

Humanitäre Hilfe für die Menschen in der Ukraine

Beherrschte die Coronapandemie in den beiden vergangenen Jahren die Schlagzeilen, so ist es nun ein neuer Krieg mitten in Europa. Dass Viren uns angreifen, ist ein nicht vermeidbarer Vorgang und Teil der Natur. Dass wir 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zutiefst erschüttert und fassungslos wieder einen Angriffskrieg mitten in Europa zur Kenntnis nehmen müssen, ist ganz und gar nicht unvermeidlich.
Aus dem Präsidium

Das Dilemma des ärztlich assistierten Suizids

Seit dem Paukenschlag, wie Dr. Susanne Johna (HÄBL 2/2021) das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes am 26. Februar 2020 für uns Ärztinnen und Ärzte bezeichnete, mit dem das Gericht das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung aufgehoben hat, laufen kontroverse medizinethische, juristische und gesellschaftliche Debatten.
Fortbildung

CME-Fortbildung: Eisenmangel bei Anämie und Entzündung: Diagnose und Therapie

Nach traditioneller Sichtweise beruht die Diagnostik des Eisenmangels vorwiegend auf dem Befund einer mikrozytären hypochromen Anämie. Ein Mangel an Eisen kann bei Patienten ohne Entzündung auf einer zu geringen Aufnahme von Eisen mit der Nahrung oder dem Verlust von Eisen durch Blutung (z. B. kolorektales Karzinom) beruhen.
Ärztekammer

„Krieg bedeutet unvorstellbares Leid“ Präsidium der Landesärztekammer Hessen ruft zu Spenden für die Ukraine auf

„Noch vor kurzem schien ein neuer Krieg in Europa undenkbar. Jetzt müssen wir – 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – fassungslos und erschüttert die aktuellen Kriegshandlungen in der Ukraine zur Kenntnis nehmen“, erklärt Dr. med. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer Hessen (LÄKH).

Hessische Ärztekammer unterstützt Online-Petition: Suizidprävention geht uns alle an

Im Jahr 2020 haben sich in Deutschland 155 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 20 Jahren das Leben genommen; bei 10 bis 15 Jahre alten Kindern waren es 25! „Mir brechen diese Zahlen das Herz!“, sagt Prof. Dr. med. Katja Becker, Direktorin der Marburger Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Wechsel in der Kommission Lebendspende

Zum 31. Dezember 2021 hat es einen großen Wechsel in der Besetzung der Kommission Lebendspende bei der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) gegeben. Dr. med. Christine Linkert, Prof. Dr. med. Albrecht Encke und Dr. jur. Peter Eschweiler sind aus der Kommission ausgeschieden.

Teil II: „Weckruf“ – Kampfblatt des NS-Ärztebundes 1933

Propagiert wird ein „neuer deutscher Arzt“ bzw. der „Arzt im 3. Reich“, der überzeugter Träger der NS-Rassen- und Gesundheitspolitik sein soll. Mit Blick zurück in die „alte Zeit“ – so die Diktion – und der angeblich sozialen bzw. „katastrophalen“ Lage in den letzten Jahren der Weimarer Republik (gemeint ist die Notverordnung vom 8. Dezember 1931) wird von einem „Niedergang des deutschen Aerztestandes“, einer Proletarisierung und vollständigen Unterjochung des Aerztestandes unter die marxistische Diktatur“ (gemeint sind SPD und KPD), von „Bonzenwirtschaft in den Krankenkassen wie auch in allen Zweigen der Sozialversicherung“ gesprochen.
Im Gespräch

Ein langer Kampf geht zu Ende - Die Ampelkoalition will § 219a ersatzlos streichen: Drei Ärztinnen berichten

Der § 219a StGB regelte bisher, dass Ärztinnen und Ärzte keine öffentlichen Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch bereitstellen dürfen. Am 9. März hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Aufhebung des Verbots der Werbung für den Schwangerschaftsabbruch und damit die Abschaffung des § 219 StGB beschlossen. Die Ärztinnen Kristina Hänel, Nora Maria Szász und Christiane von Rauch berichten über die jahrelange Kriminalisierung von Ärztinnen und Ärzten durch den Paragrafen.

„Wir müssen jederzeit hinterfragen, ob wir wirklich im Sinne der Patienten handeln!“ Interview mit Dr. Christian Schwark, Vorsitzender des Marburger Bundes Hessen

Seit Oktober 2021 ist Dr. med. Christian Schwark neuer Landesverbandsvorsitzender des Marburger Bundes (MB) Hessen. Der Facharzt für Neurologie und Oberarzt im Krankenhaus Nordwest in Frankfurt folgt auf Dr. med. Susanne Johna, die nach acht Jahren Amtszeit nicht wieder für den Vorsitz in Hessen kandidiert hatte. Wir haben Schwark gefragt, was er in der neuen Position bewegen will.
Mensch und Gesundheit

Psychodynamische Verfahren in der Depressionsbehandlung

In den beiden oben genannten Artikeln liegt das Augenmerk vor allem auf der Differenzierung des Schweregrades des depressiven Krankheitsbildes, der Empfehlung der verhaltenstherapeutischen Behandlungsmethode sowie der Bedeutung von Kooperation und Vernetzung der behandelnden Institutionen.

Ärztlich assistierter Suizid aus der Sicht des Judentums

In Deutschland steht der Gesetzgeber seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom Februar 2020 vor der Aufgabe, eine verbindliche Neuregelung zum assistierten Suizid zu finden, denn – so das Gericht – das im Grundgesetz verankerte allgemeine Persönlichkeitsrecht umfasse auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben und hierfür die Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen.

Onkologische Versorgung von ZNS-Tumoren in Hessen - 3. Qualitätskonferenz des Hessischen Krebsregisters

Tumoren des zentralen Nervensystems (ZNS) mit dem Schwerpunkt Gliome standen im Fokus der dritten hessenweiten Online-Qualitätskonferenz, zu der das Hessische Krebsregister (HKR) Mitte Dezember 2021 eingeladen hatte. Hierbei fand ein einrichtungsübergreifender fachlicher Austausch über die Analysen zur Versorgungssituation in Hessen auf Grundlage der Krebsregisterdaten statt.
Gesundheitspolitik

Ärztinnen und Ärzte empfinden die Arbeitsbelastung als das entscheidende Problem

Der Marburger Bund Landesverband Hessen hat im Dezember 2021 unter 1.000 seiner Mitglieder eine Umfrage zur Arbeitsplatzsituation in Krankenhäusern durchgeführt: „Im Schatten der Pandemie: Abbau von Arztstellen?“ Der Artikel ist ein Nachdruck aus der Marburger Bund Zeitung 2/2022, S. 11.
Der interessante Fall

Bilharziose – eine Diagnose, die es in Europa angeblich nicht gibt

Ende November 2019 stellte sich ein 29-jähriger Patient mit juckenden und größer werdenden Hautveränderungen in der linken Leiste und Peniswurzel vor. So etwas hatte ich noch nie gesehen und dachte an ein atypisches Lymphogranuloma inguinale – auf jeden Fall musste es ein Infektionsgeschehen sein.
Bücher

Dr. med. Maria J. Beckermann: „Wechseljahre – Was muss ich wissen, was passt zu mir?“

Mit ihrer langjährigen Praxiserfahrung als Frauenärztin hat Dr. med. Maria Beckermann aus Köln einen medizinischen Ratgeber zum Thema Wechseljahre geschrieben. Dieser ist sowohl für Patientinnen als auch wegen der Übersichtlichkeit und umfassenden Darstellung für Ärztinnen und Ärzte uneingeschränkt empfehlenswert.

Uta Meyding-Lamadé, Martin Stangel, Jörg Weber (Hrsg.): Neuroinfektiologie

Infektionskrankheiten begleiten die Menschen seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte. Im klinischen Alltag waren erregerbedingte Erkrankungen schon vor der Corona-Pandemie genauso lebensbedrohlich und behandlungsbedürftig wie beispielsweise der Schlaganfall. Seit der Corona-Pandemie interessieren wir uns auf einmal alle für Übertragungswege, Verbreitung, Gendatenbanken, Verwandtschaftsgrade einzelner Erreger, Auswirkungen eines Erregers auf die Physiologie des Menschen.
Recht

Über die Handy-App, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellte

Reisebuchungen und Bankgeschäfte lassen sich über das Internet abwickeln, an der Supermarktkasse kann man per Handy bezahlen, die Autozulassung und die Steuererklärung sind elektronisch möglich. Die Digitalisierung erschließt viele neue Möglichkeiten. Wenn es schließlich auch die ärztlichen Berufsordnungen – so die Hessische in § 7 Abs. 4 – ihren Mitgliedern erlauben, in Einzelfällen dann über sogenannte Kommunikationsmedien zu beraten und zu behandeln, wenn es ärztlich vertretbar erscheint und die erforderliche Sorgfalt gewahrt ist.

Übermittlung per Fax: Fragen und Antworten

Der Artikel „Die Übermittlung personenbezogener Daten per Fax aus der Arztpraxis“ im HÄBL 02/2022 (S. 108) von Andreas Wolf hat zu Nachfragen geführt, die hier beantwortet werden.
Ärztlicher Berufsalltag

„Wir haben sehr früh auf die Pandemie reagiert“ Ein Arzt, eine Medizinische Fachangestellte und eine Auszubildende berichten über die Praxisarbeit in Zeiten von Corona

Seit 20 Jahren arbeitet Stefanie Merkel in der orthopädischen Praxis von Dr. med. Marc Krause in Bad Homburg. Angefangen hatte die gelernte Damenschneiderin einst mit einem Minijob, war zunächst an der Anmeldung tätig und nahm Telefonate entgegen.
Leserbriefe

„Gendern ist undurchdachter Aktionismus“

Vorab darf ich Ihnen ausdrücklich versichern, weder rechtes Gedankengut zu hegen, noch irgendwelche frauenfeindliche Einstellungen zu haben. Seit einiger Zeit werden im Hessischen Ärzteblatt Artikel in "gendergerechter" Schreibweise abgedruckt. Hat die Redaktion vor diesem Schritt eigentlich eine linguistische Expertise eingeholt oder sind Sie vor einem ideologiegeleiteten Meinungsdruck eingeknickt, anstatt den Empfehlungen des Deutschen Rechtschreibrates zu folgen und korrektes Deutsch zu schreiben?

Physician Assistant – synergistisches Miteinander

Sehr geehrter Herr Dr. Stümer, in Ihrem Beitrag im Hessischen Ärzteblatt 02/2022 fordern Sie „normale Ärzte“ dazu auf „deutlich zu machen, dass wir Ärzte an der Basis kein Interesse an der Abschaffung unseres Berufsstandes durch Physician Assistants haben“. Auch wenn wir nicht sicher sind, ob wir Ihre Normalitätskriterien erfüllen, kommen wir Ihrem Aufruf gerne nach.

Fortbildung ohne Sponsoring durch die Industrie

Die Ausführungen zum Pharmasponsoring sind leider sehr einseitig. Sie blenden weitgehend die Perspektive derer aus, die es durchaus schaffen, solche Veranstaltungen ohne Unterstützung durch Pharmaindustrie und Medizinproduktehersteller durchzuführen, sondern charakterisiert sie indirekt als überwiegend zweit- oder drittrangig.
Ansichten und Einsichten

„Der ärztliche Beruf ist wunderlicher Natur“

Wenn eine Schwangere zur Vorsorge zum Gynäkologen geht, ein älterer Mann zum Urologen, ein Kind zum Kinderarzt, spricht man von einer Patientin, einem Patienten. Was wäre eigentlich die korrekte Bezeichnung für einen Menschen, der zum Arzt geht, ohne Patient zu sein? Ein Gesunder, so weiß man, ist nur noch nicht lange genug untersucht, also doch letztendlich ein Patient. Wie soll man ihn sonst nennen?
Bekanntmachungen der Landesärztekammer Hessen

Der Virchowbund ändert seinen Verbandsnamen

Neuer Verbandsname: Aus dem „NAVVirchow-Bund“ wird der „Virchowbund, Verband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e. V.“ – kurz „Virchowbund“.

Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB): Angebot für Menschen mit Behinderung

Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung: Menschen mit Behinderungen, von Behinderung bedrohte Menschen und ihre Angehörigen können sich mit allen Fragen zur Teilhabe kostenfrei an eine der 40 EUTB-Beratungsstellen (Haupt- und Nebenstellen) in Hessen wenden.

Gesundheits-Apps: Handreichung für Ärzte

Medizinische Apps gibt es in Hülle und Fülle. Sie können zum Beispiel den Blutdruck aufzeichnen oder an Medikamente erinnern. Seit Oktober 2020 können sich Patienten geprüfte Apps sogar verschreiben lassen.