Sabine Riese ist im Februar völlig unerwartet verstorben. Sie war als Gynäkologin und Psychoanalytikerin lange Mitglied der Liste Demokratischer Ärztinnen und Ärzte (LDÄÄ) und Delegierte der Landesärztekammer Hessen von 2013 bis 2023. Sie verfolgte zwei Schwerpunkte in ihrer Arbeit: die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruches und die Stärkung der ärztlichen Psychotherapie. So konnte Sabine Riese wesentlich zur Abschaffung des § 219a auf dem Deutschen Ärztetag in Erfurt beitragen und war Ende 2017 Mitbegründerin der „Solidaritätsinitiative für Kristina Hänel und andere wegen Verstoßes gegen Paragraf 219a angezeigte Ärztinnen und Ärzte“ sowie Gründungsmitglied des daraus entstandenen Vereins Pro Choice Deutschland e. V.

Im Ausschuss ärztliche Psychotherapie und in der DGPT (Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie) brachte Sabine Riese Fragen der ärztlichen Psychotherapie voran. Außerdem war Riese in der Liste Sprechende Medizin auch stellvertretendes Mitglied in der Vertreterversammlung und anderen Gremien der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, ferner als Leiterin der Sektion Ärztinnen und Ärzte Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der DGPT. Zudem war Sabine Mitbegründerin der AG Sexualmedizin Hessen, einer ärztlichen Arbeitsgemeinschaft, die sich seit 2019 für die Einrichtung der Zusatzweiterbildung Sexualmedizin an der Akademie der Landesärztekammer Hessen eingesetzt hat. Sie hat als Dozentin noch beim ersten Prototyp „Curriculum Sexualmedizin“ während der Pandemie mitgemacht und sich als Prüferin für Sexualmedizin für die LÄKH zur Verfügung gestellt.

Sabine war in all den Jahren auf vielen Ebenen eine überaus engagierte, kompetente, immer solidarische, verbindende und verbindliche Mitstreiterin für unsere gemeinsamen Ziele. Wir vermissen sie schon jetzt schmerzlich.

Dr. med. Barbara Jaeger für die LDÄÄ und das Präsidium der Landesärztekammer Hessen