Die Corona-Pandemie hat Kinder und Jugendliche massiv belastet, deshalb ist es zu begrüßen, dass sich das Hessische Ärzteblatt in einer Artikelserie den daraus entstandenen Problemen annimmt.

Kinder wurden über zwei Jahre der Gemeinschaft beraubt, durch die (unnötigen) Schließungen von Schulen, Kindergärten oder anderen Betreuungssystemen wurden sie in ihrer sozialen Entwicklung gehemmt, durch Bewegungsmangel wird Übergewicht zum Problem und die Kinder sind in ihrer motorischen Entwicklung und in der Erarbeitung von Wissen zurückgeworfen worden.

„Wir Ärzt:innen haben die Verantwortung, uns für Gesundheit, Bildung und soziale Kompetenz unserer Kinder einzusetzen“

 

Auch auf dem jüngsten 126. Deutschen Ärztetag im Mai 2022 in Bremen wurde mit einem Schwerpunktthema auf die Belastung von Kindern und Jugendlichen aufmerksam gemacht. Positiv bei den Studien fiel auf, dass durch entsprechende Gruppenangebote die Defizite schnell aufzuholen seien. Nur, wie können wir Ärzt:innen dazu beitragen, dass solche Angebote tatsächlich umgesetzt werden?

Unsere Kinder sind unsere Zukunft, also haben wir die Verantwortung, uns für deren Gesundheit, Bildung und soziale Kompetenz einzusetzen. Barbara Mühlfeld weist in ihrem Beitrag darauf hin, dass insbesondere Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen und mit niedrigen sozialen Ressourcen, Kinder von Alleinerziehenden ohne Netzwerke, Kinder psychisch kranker Eltern und Kinder ohne ausreichende Maitrise der deutschen Sprache zu den Coronaverlierern zählen. Diesen sollten wir uns besonders zuwenden. Deshalb sollten wir also insbesondere in sozialen Brennpunkten dafür sorgen, dass über Gruppenangebote sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten zur Nachreifung geboten werden.

 

Dr. med. Barbara Jaeger, Präsidiumsmitglied der Landesärztekammer Hessen

Dieser Artikel wurde geschrieben von: