Teilzeitausbildung

Die duale Berufsausbildung gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG) ist grundsätzlich als Vollzeitausbildung (ca. 40 Stunden) angelegt, weil Ziel der Berufsausbildung nicht nur die Vermittlung der für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit notwendigen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse in einem geordneten Ausbildungsgang, sondern auch der Erwerb der erforderlichen Berufserfahrung ist (vgl. § 1 Abs. 3 BBiG). Dafür ist es erforderlich, dass der Auszubildende an den täglichen Betriebsabläufen möglichst realitätsnah mitwirken kann. Dabei ist zu berücksichtigen, dass pro Woche ca. 12 Stunden für den Berufsschulunterricht anfallen, die von der betrieblichen Ausbildungszeit abzuziehen sind.

Es ist aber grundsätzlich möglich, die Berufsausbildung auch in Teilzeit (ca. 30 Stunden) durchzuführen. Die Rechtsgrundlage bildet § 8 BBiG.

 

Die Landesärztekammer Hessen ist die für die Ausbildung zuständige Stelle gemäß BBiG und genehmigt die Teilzeit-Ausbildung, wenn

  • gemäß BBiG ein berechtigtes Interesse vorliegt, z. B. Versorgung eines Kleinkindes oder eines pflegebedürftigen Verwandten oder vergleichbar schwerwiegende Gründe, und
  • gemäß BBiG ein Verkürzungsgrund vorliegt, z. B. Abitur, fachspezifische schulische Vorbildung, fachspezifische berufliche Vorbildung.

 

Falls kein Verkürzungsgrund vorliegt, muss gewährleistet sein, dass

  • ein Bildungsträger die Berufsausbildung begleitet und Prüfungsvorbereitung leistet (Kontakt über die örtlich zuständige Agentur für Arbeit), und,
  • die vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte auch in der verkürzten Ausbildungszeit vollständig vermittelt werden können, und
  • eine geeignete Ausbildungsstätte zur Verfügung steht.

 

Die Ausbildungszeit darf 30 Stunden pro Woche nicht unterschreiten. Der Berufsschulbesuch kann nicht in Teilzeit durchgeführt werden, Befreiungen im Einzelfall sind möglich. Es bleibt stets bei der laut Ausbildungsordnung vorgesehenen Ausbildungszeit von drei Jahren. Eine Verlängerung der Ausbildungszeit von vorneherein ist nicht möglich, kann aber im Einzelfall nach den Voraussetzungen des BBiG genehmigt werden.

Die Anforderungen in der Zwischenprüfung und in der Abschlussprüfung bleiben unverändert, die Teilzeit-Ausbildung kann hierbei nicht berücksichtigt werden, weil die erforderliche berufliche Qualifikation erworben werden muss.


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