Das Land Hessen hat den Ehrenpräsidenten der Landesärztekammer Hessen, Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, mit der Bernhard-Christoph-Faust-Medaille ausgezeichnet. Gesundheitsministerin Diana Stolz überreichte die Auszeichnung persönlich am 25. Juni 2026 bei einer Feierstunde im Georg-Büchner-Saal der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden. Mit der Medaille wurde der Arzt für seine langjährigen und herausragenden Verdienste um die Gesundheitsförderung, Prävention sowie die Weiterentwicklung einer menschenorientierten Gesundheitsversorgung in Hessen ausgezeichnet, wie das Gesundheitsministerium bekannt gab.
„Eine gute Gesundheitsversorgung braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, Strukturen weiterentwickeln und dabei stets den Menschen in den Mittelpunkt stellen“, sagte Stolz bei der Verleihung. „Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach hat dies über Jahrzehnte hinweg in herausragender Weise getan. Sein Wirken verbinde medizinische Fachlichkeit mit Menschlichkeit, Prävention mit Versorgung und Engagement mit Weitblick.“
Der Facharzt für Innere Medizin war über viele Jahre in der ambulanten Versorgung tätig und setzte früh einen Schwerpunkt in der Palliativmedizin. Besondere Verdienste erwarb er sich beim Aufbau, der Weiterentwicklung und der Vernetzung von Palliativ- und Hospizstrukturen in Hessen. Er ist Mitbegründer und Vorsitzender der Ambulanten Ethikberatung Hessen e. V., die Patientinnen und Patienten sowie Angehörige in schwierigen Entscheidungssituationen begleitet. Auch in der Prävention setzte er Akzente, etwa mit Initiativen zur Alkohol- und Diabetesprävention. In der Aus- und Fortbildung engagierte er sich unter anderem für die Weiterentwicklung der Ausbildung Medizinischer Fachangestellter und die Integration palliativmedizinischer Inhalte. Bereits seit den 1970er-Jahren ist er in der Gesundheitsbildung aktiv, unter anderem mit landesweiten Vorträgen für die Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE), deren stellvertretender Vorstandsvorsitzender er von 2012 bis 2022 war.
Beim Festakt zur Medaillenverleihung trat Dr. med. Thomas Sitte als Laudator ans Rednerpult. Sitte ist Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Palliativstiftung. In seiner Laudatio näherte er sich dem Preisträger mit einem Augenzwinkern, indem er auf dessen Spitznamen anspielte: Wer im Internet nach „Knobi Doc“ suche, lande zunächst bei Obi-Wan Kenobi – was aber durchaus passe. Denn auch der Geehrte stehe für Weitblick, Haltung und die Fähigkeit, Menschen Orientierung zu geben.
Im anschließenden Festvortrag „Menschenrechte im Gesundheitswesen – eine gesellschaftliche Aufgabe?“ beleuchtete Prof. Dr. Hendrik Graßme von der Frankfurt University of Applied Sciences, welche Rolle Menschenrechte gerade dort spielen, wo Menschen besonders verletzlich sind – bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder wenn weitreichende Entscheidungen anstehen. Dabei schlug er auch den Bogen zum Namensgeber der Medaille: Der Arzt Bernhard Christoph Faust (1755–1842) gilt als Pionier der medizinischen Volksaufklärung und schuf schon im 18. Jahrhundert Strukturen für gesundheitliche Bildung und Vorsorge. Überregional bekannt wurde Faust übrigens durch seinen „Gesundheits-Katechismus“ (1794). Die nach ihm benannte Medaille wird alle zwei Jahre verliehen. Organisation und Vergabe liegen in den Händen der HAGE und des Hessischen Gesundheitsministeriums.
Peter Böhnel


