Die Delegiertenversammlung hat am 23.09.2026 den Jahresabschluss 2025 des Versorgungswerkes der Landesärztekammer Hessen förmlich festgestellt und den Vorstand entlastet. Der Abschluss wurde von den Wirtschaftsprüfern mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Damit wurde dem Versorgungswerk bescheinigt, dass der Abschluss den für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften entspricht und ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage vermittelt.

In den meisten Anlageklassen lief es gut

Nach dem außergewöhnlich starken Vorjahr bewegten sich die laufenden Kapitalerträge 2025 weiterhin auf einem hohen Niveau. Mit 430 Mio. € lagen sie trotz eines leichten Rückgangs über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Grund für diesen leichten Rückgang war eine geringere Ausschüttung aus dem Masterfond, berichtete der Vorstandsvorsitzende, Dr. med. Titus Freiherr Schenck zu Schweinsberg.

Die laufende Durchschnittsverzinsung sank von 4,00 % im Vorjahr auf jetzt 3,29 %; die aussagekräftigere Nettoverzinsung, welche auch Ab- und Zuschreibungen enthält, ging aufgrund außerplanmäßiger Abschreibungen auf ein Immobilienprojekt (siehe weiter unten im Text) von 3,35 % auf 2,24 % zurück. 2025 zeigte das Vermögen des Versorgungswerkes wieder eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung: Die Bilanzsumme stieg im Berichtsjahr von 11,52 Mrd. € auf 11,85 Mrd. €. Auch die Deckungsrückstellung (für die zugesagten Leistungen) stieg erneut und erreichte rund 11 Mrd. €. Darin spiegelt sich das Wachstum des Versorgungswerkes wider. Weiterhin wurde in Sicherheit investiert: So stieg die Verlust­rücklage auf 769 Mio. € und beläuft sich somit weiterhin auf 7 % der Deckungsrückstellung.

Der Anteil der Wertpapier-Direktanlage hat sich minimal verringert, sie bildet jedoch weiterhin mit knapp 40 % das größte Segment im gesamten Portfolio. Ihr Durchschnittskupon belief sich im Jahr 2025 auf 3,4 %.

Es folgen die Alternative Investments, welche insbesondere aus Private Equity, Private Debt und Infrastruktur bestehen. Hier hat das Versorgungswerk über zwei Luxemburger Gesellschaften (SICAV und HDGI) in entsprechende Fonds investiert. Das Volumen der SICAV wächst planmäßig an und die durchschnittliche jährliche Rendite beträgt weiterhin 10 %. Das Versorgungswerk nutzt Alternative Investments, um die Kapitalanlage zu diversifizieren und langfristig stabile Erträge zu erzielen. Von 2019 bis Ende 2025 beteiligte sich das Versorgungswerk an 155 verschiedenen Fonds.

Auch der Wert des Masterfonds des Versorgungswerkes, der in Aktien- und Rentenanlagen investiert, entwickelte sich positiv und erhöhte sich im Laufe des vergangenen Jahres um 7,96 %. Das Immobiliensegment stand dagegen weiter unter Druck und 2025 gab es auch außerplanmäßige Abschreibungen von insgesamt 168 Mio. €, vor allem bei dem Immobilien-Entwicklungsprojekt Main Yard in Frankfurt. Grund für diese außerplanmäßige Abschreibung war ein aktuelles Gutachten, wonach der aktuelle (Verkaufs-) Wert der Immobilie niedriger anzusetzen ist als beim Kauf 2020. Die Immobilie ist fast fertiggestellt und bereits zum größten Teil vermietet, zu den vom Versorgungswerk im Vorhinein kalkulierten Mieten. Wenn der Immobilienmarkt sich weiter erholt, wovon der Vorstand ausgeht, kann es in der Zukunft auch wieder zu Zuschreibungen kommen. Der Buchwert aller Immobilien der Direktanlage sank leicht von 1,22 Mrd. € auf 1,19 Mrd. € und der Zeitwert von 1,69 Mrd. € auf 1,65 Mrd. €.

Mehr aktive Mitglieder und Leistungsempfänger

Die Grundlage, um Leistungen langfristig zu sichern, schaffen die Beiträge der Mitglieder. Die Zahl der aktiven Mitglieder ist auch 2025 weiter angestiegen von 30.188 auf 30.769 und die Beitragseinnahmen erhöhten sich auf 450 Mio. €; nicht zuletzt wegen der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Die Zahl der Anwärter (beitragszahlende und ausgeschiedene Mitglieder) erhöhte sich von 37.410 auf 38.354. Die wachsende Mitgliederzahl spiegelt sich auch in einem kontinuierlichen Anstieg des Leistungsvolumens wider: Immer mehr Mitglieder erreichen das Rentenalter und nehmen die Leistungen des Versorgungswerkes in Anspruch. Die Renten summierten sich im Jahr 2025 auf 349 Mio. €.

Qualifizierte Mitarbeiter sind eine zentrale Voraussetzung für exzellente Dienstleistungen und eine leistungsfähige Verwaltung. Der moderate Personalaufbau von 126 auf 134 Mitarbeiter war aufgrund des Wachstums des Versorgungswerkes sowie komplexerer Anforderungen erforderlich.

Das Versorgungswerk blickt auf ein insgesamt solides Geschäftsjahr 2025 zurück. Trotz eines anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds entwickelten sich Vermögen, Mitgliederzahl und Beitragseinnahmen positiv, so der Vorstandsvorsitzende.

ABV-Prädikat & neuer Verhaltenskodex

Die ABV (Arbeitsgemeinschaft Berufsständischer Versorgungseinrichtungen e. V.) vergibt seit diesem Jahr ein Prädikat an Versorgungswerke, die strenge Anforderungen an Risikomanagement, Kapitalanlage und Unternehmensführung erfüllen – bestätigt durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer. Auch das Versorgungswerk strebt dieses Gütesiegel an, sämtliche Voraussetzungen werden schon geraume Zeit erfüllt. Corporate Governance, Risikomanagement und Compliance sind fest verankert und werden kontinuierlich optimiert. So wurde bspw. das Compliance-Management in den vergangenen Monaten gezielt weiterentwickelt und für die handelnden Personen ein Verhaltenskodex erarbeitet. Er bündelt die wesentlichen Regelungen und Verhaltensgrundsätze, schafft Transparenz und unterstützt Vorstand, Geschäftsführer und Beschäftigte dabei, regelkonform zu handeln.

Mitgliederportal

Das Angebot des Mitgliederportals wird nach wie vor gut angenommen. Dies zeigt ein Blick auf die Zahlen: Rund 7.600 Mitglieder haben sich bereits für das Mitgliederportal registriert. Viele Anliegen rund um die eigene Versorgung lassen sich heute bequem online erledigen.

Katharina Rackensberger, Referentin des Vorstandes des Versorgungswerkes der Landesärztekammer Hessen