Zeitnahe Versorgung für von Gewalt betroffene Frauen

 

Hessischer Ärztekammerpräsident fordert bundesweite Umsetzung der Frankfurter Initiative

Sie werden geschlagen, gedemütigt und vergewaltigt. Laut einer heute veröffentlichten Studie ist jede dritte Frau in der Europäischen Union der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) in Wien zufolge schon einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt geworden.

"Ein alarmierendes Ergebnis, das uns alle zum Handeln zwingt", erklärt Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer Hessen. Wie die Erhebung zeigt, liegt die Rate der Betroffenen in Deutschland mit 33 Prozent im oberen Mittelfeld. "Wegschauen hieße, die Augen vor der erschütternden Wirklichkeit der Gewalt gegen Frauen zu verschließen", warnt von Knoblauch zu Hatzbach. "Ärztinnen und Ärzte sind meist die erste Anlaufstelle nach gewalttätigen Vorfällen. Damit sie Hilfe und Unterstützung leisten können, ist es wichtig, dass die betroffenen Frauen sich ihnen anvertrauen."

Die Versorgung von Patientinnen in Not steht im Mittelpunkt der von der Landesärztekammer Hessen unterstützten Initiative "Medizinische Akutversorgung nach Vergewaltigung". Betroffenen wird zeitnah und ohne vorausgegangene Anzeige geholfen. Aber auch Ärztinnen und Ärzten bietet die Initiative Dokumentationshilfen und ein Netz von Partnern zur fachlichen und juristischen Unterstützung. "Um von Vergewaltigung betroffenen Patientinnen umfassend helfen zu können, darf es jedoch nicht bei einem Modellprojekt einzelner Krankenhäuser bleiben", ergänzt von Knoblauch zu Hatzbach. Die Frankfurter Initiative müsse daher hessen- und bundesweit umgesetzt werden. "Um dies zu gewährleisten, ist es Aufgabe der Politik, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen", so der Ärztekammerpräsident.