Klare Richtlinien im Umgang mit nicht invasiven Pränataltests erforderlich

Mit den jüngst auf den Markt gekommenen genetischen Pränataltests werde der Eindruck erzeugt, dass eine solche Untersuchung zum normalen Ablauf einer Schwangerenbetreuung gehöre, kritisiert das hessische Ärzteparlament. Um Missbrauch zu verhindern, fordern die Delegierten daher die Bundesärztekammer auf, klare Richtlinien im Umgang mit diesen Tests zu erstellen.

Für Schwangere werde es zunehmend schwerer einzuschätzen, ob die angebotenen pränataldiagnostischen Untersuchungsmethoden zum normalen Prozedere gehören oder nur für Risikofälle gedacht sind. Die Angst davor, etwas falsch zu machen, wenn kein solcher Test durchgeführt wird, sei groß. Für die Durchführung des Tests bedarf es deshalb einer klaren Indikationsliste, auch wenn sie offiziell keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen sind, erklären die Delegierten der Landesärztekammer Hessen.

Mithilfe dieser Pränataltests können fetale DNA im Blut der Mutter analysiert werden. Dadurch sind Aussagen über Risiken von chromosomalen Störungen (Trisomie 21, 18 oder 13 und eine Monosomie des X-Chromosoms) beim ungeborenen Kind möglich. Bei zwei dieser Tests erfolgt die Auswertung der Blutproben in Labors in den USA, da sie in Europa noch nicht CE-zertifiziert sind. Dies kann zu versicherungs- und haftungsrechtlichen Problemen führen, warnt das hessische Ärzteparlament.