"Fit für den Job": Neues Angebot Sprachweiterbildung in Deutsch für ausländische Ärztinnen und Ärzte an der Universität Marburg

 

Das RPZ (Dr. Reinfried Pohl Zentrum für medizinische Lehre) führt spezielle Trainings zur Verbesserung der ärztlichen Kommunikation für Nichtdeutsch-Muttersprachler durch

In den letzten Jahren steigt die Zahl nach Deutschland zuwandernder Ärztinnen und Ärzte kontinuierlich an. Nach der Ärztestatistik der Bundesärztekammer nahm ihre im Jahr 2013 gegenüber 2012 um 2 926 auf insgesamt 31 236 zu An der Spitze der Herkunftsländer steht derzeit Rumänien mit 3215 gefolgt von Griechenland, Österreich und Russland. In Deutschland sind - nicht zuletzt wegen des ärztlichen Nachwuchsmangels - ausländische Ärztinnen und Ärzte sehr willkommen. Teilweise werden sie schon in den Herkunftsländern im Auftrage deutscher Klinik-Arbeitgeber aktiv angeworben, ohne dass sie über für eine ärztliche Tätigkeit ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Eigentlich dürften Kolleginnen und Kollegen ohne nachgewiesene Sprachkompetenz in Deutschland keine Berufserlaubnis oder Approbation erhalten. Bislang ist aber die Kontroll- und Überwachungspraxis der Bundesländer noch sehr unterschiedlich.

Im Juni 2014 plant die Gesundheitsministerkonferenz der Länder diesbezügliche bundeseinheitliche Kriterien und Richtlinie zu beschließen und will dabei auch speziell auf die Anforderungen des ärztlichen Berufes konzipierte praktische Sprachprüfungen einführen. Die Ärztekammern begrüßen dieses Vorhaben ausdrücklich und werden die zuständigen Behörden bei der Umsetzung nach Kräften unterstützen. Wer als Ärztin oder Arzt seine Patienten aber auch die Kollegen und Mitarbeiter nicht versteht und/oder sich selbst diesen nicht unmissverständlich mitteilen kann, gefährdet die Patientensicherheit und hat natürlich auch erhebliche Probleme, sich selbst beruflich einzuarbeiten und in die Gesellschaft zu integrieren. Es kann und darf aber nicht das Ziel sein, nur Hürden aufzubauen und durch Prüfungen etc. ausländische Kolleginnen und Kollegen abzuschrecken. Wir brauchen für sie spezielle, strukturierte Kurse zum raschen Erlernen der erforderlichen deutschen Sprachfertigkeiten. Die Teilnahme daran muss durch die Arbeitgeber ermöglicht und gefördert werden.

Das RPZ (Dr. Reinfried Pohl Zentrum für medizinische Lehre) an der Universität Marburg hat dieses Problem erkannt und bietet unter dem Titel "Fit für den Job" spezielle Trainings zur Verbesserung der ärztlichen Kommunikation für Nichtdeutsch-Muttersprachler an. (Weitere Informationen unter: www.uni-marburg.de/fb20/rpz/weiterbildung ). Es ist zu hoffen, dass viele neu ankommende Kolleginnen und Kollegen diese Möglichkeit nutzen.