Förderung des ärztlichen Nachwuchses ist eine Frage der Prioritätensetzung

 

Hessischer Ärztekammerpräsident fordert höhere Investitionen für medizinische Fakultäten staatlicher deutscher Universitäten

"Wir brauchen mehr qualifizierten ärztlichen Nachwuchs – sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich", unterstreicht Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer Hessen. "Deshalb ist es dringend erforderlich, mehr Medizinstudienplätze einzurichten und die Zugangsbedingungen für das Medizinstudium an staatlichen deutschen Universitäten zu erleichtern." Sorge bereitet von Knoblauch zu Hatzbach dagegen die zunehmende Gründung von Töchtern ausländischer Universitäten, die ein Medizinstudium zum Beispiel nach britischem oder österreichischem Recht teilweise oder ganz in Deutschland ermöglichen.

"Natürlich freue ich mich über jeden jungen Menschen, der Medizin studiert", so von Knoblauch zu Hatzbach weiter. Der Ärztekammerpräsident kritisiert jedoch, dass ausländische Universitäten mit unterschiedlichen Studieninhalten und -abschlüssen aus dem Boden sprießen, während die medizinischen Fakultäten staatlicher deutscher Universitäten finanziell nicht ausreichend gefördert werden.

Der Bedarf an mehr Medizinstudienplätzen steht außer Frage. So gibt es heute in Deutschland spürbar weniger Studienplätze als noch in den neunziger Jahren. So belief sich die Zahl der Medizinstudierenden in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 1992 auf insgesamt 93.198; im Jahr 2012 waren es insgesamt 85.009 Medizinstudierende. "Ja, es stimmt, ein Medizinstudienplatz kostet viel Geld", sagt von Knoblauch zu Hatzbach. "Es darf allerdings nicht sein, dass Deutschland, trotz aller wirtschaftlichen Probleme, nicht ausreichend in die eigene Zukunft investiert. Das ist eine Frage der Prioritätensetzung."