Palliativmedizin ermöglicht würdevolles Leben bis zum Schluss

 

Hessischer Ärztekammerpräsident lehnt jede Form aktiver Sterbehilfe ab

Die Angst ist groß, in der letzten Lebensphase leiden zu müssen: Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Schwenninger Krankenkasse unter 1000 Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland befürchten dies 69 Prozent der Befragten. Fast genauso viele (70 Prozent) können sich sogar vorstellen, bei einer schweren Erkrankung aktive Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Allerdings fühlen sich auch 54 Prozent der Studienteilnehmer nicht gut über Betreuungs- und Versorgungsangebote in der letzten Lebensphase informiert.

"Sterbehilfe ist keine Hilfe", hält Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer Hessen, dem entgegen: "Mit der sogenannten Sterbehilfe wird einem Dasein, das durch menschliche Zuwendung noch lebenswert wäre, künstlich ein Ende gesetzt. Dagegen müssen wir uns wehren und vehement für den Schutz des Lebens von Anfang bis Ende eintreten."
Die heutige Palliativmedizin ermögliche ein Sterben in Würde, so von Knoblauch zu Hatzbach weiter. Auf diese Weise könne auch die letzte Lebensphase schmerzfrei und erträglich gestaltet werden.

Die Landesärztekammer Hessen hat sich bereits in den vergangenen Jahren deutlich positioniert: So wurde 2011 in einer Resolution die Mitwirkung des Arztes bei einer beabsichtigen Selbsttötung eines Patienten grundsätzlich ausgeschlossen. "Ärztinnen und Ärzte stehen unmissverständlich auf der Seite des Patienten und des Lebens", so von Knoblauch zu Hatzbach. "Auch in Zukunft muss sich jeder Patient darauf verlassen können, dass Ärzte nicht töten."