Gegen den allgemeinen Trend: Ausbildungszahlen in hessischen Arztpraxen steigen

 

Hessische Ärztekammer berät Auszubildende und ausbildende Ärztinnen und Ärzte

In vielen Berufsfeldern wirft der drohende Fachkräftemangel seine Schatten voraus. Laut einer Umfrage der IHKs erreichte die Anzahl der Betriebe mit unbesetzten Ausbildungsplätzen bereits 2013 einen neuen Rekordstand. Während sich nach jüngsten Angaben der Handwerkskammer Wiesbaden auch im Handwerk die Ausbildungssituation weiter verschärft, steigen die Ausbildungszahlen in hessischen Arztpraxen. So wurden bis zum 30.09.2014 hessenweit insgesamt 956 Ausbildungsverträge zur/zum Medizinischen Fachangestellten (MFA) unterzeichnet. 2013 waren es zum gleichen Zeitpunkt nur 905.

Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer Hessen, wertet die dem allgemeinen Trend entgegen laufende Entwicklung als Erfolg. "Nach sinkenden Zahlen im vergangenen Jahr freuen wir uns, dass aktuell immer mehr junge Menschen Interesse an dem vielseitigen Ausbildungsberuf mit Perspektive zeigen." Daran habe auch die Landesärztekammer Hessen ihren Anteil: Die Abteilung "Ausbildungswesen: Medizinische Fachangestellte" wirbt auf Messen für die Ausbildung und informiert sowohl potentielle Auszubildende als auch ausbildungswillige Praxisinhaber telefonisch und via Internet über den Ausbildungsberuf. Einen besonderen Service bietet die Ärztekammer auf ihrer Website: In der "Jobbörse" werden Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Medizinische Fachangestellte angeboten und vermittelt. Außerdem kann im Internet der Muster-Berufsausbildungsvertrag (eBAV) herunter geladen werden. Dort sind auch weitere Informationen zu Ausbildung und Prüfung zu finden.

Schnittstelle zwischen Arzt und Patient: "Wer gerne organisiert und mit Menschen umgeht, teamfähig ist, sich für Medizin interessiert und Lust am Lernen hat, bringt entscheidende Voraussetzungen für eine zukünftige Tätigkeit als Medizinische Fachangestellte mit", unterstreicht von Knoblauch zu Hatzbach. "Nach dreijähriger Ausbildungszeit sind die Auszubildenden Fachkräfte und damit für den Arbeitsmarkt gut aufgestellt. Auch bietet der Beruf zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten." Von Knoblauch zu Hatzbach dankte den hessischen Ärztinnen und Ärzten für ihre Ausbildungsbereitschaft und bat sie darum, diese fortzusetzen oder sogar auszuweiten. Wichtig sei, darauf zu achten, dass den jungen Leuten alle Ausbildungsinhalte vermittelt würden, gegebenenfalls gemeinsam mit einer kooperierenden Praxis. "Nur so können wir sicherstellen, dass der dringend benötigte Fachkräftenachwuchs qualifiziert ausgebildet wird."