EBM: Keine Verteilungsgerechtigkeit bei geschlossenen Töpfen

 

Von Knoblauch zu Hatzbach fordert gemeinsames Auftreten der Ärzteschaft

Mit Vorschusslorbeeren gestartet und als Zankapfel gelandet: Eigentlich sollte die für den 1. Oktober 2013 geplante Reform des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) eine bessere Honorierung der Haus- und Fachärzte in Deutschland auf den Weg bringen. Doch nun ist ein Streit über die Reform entbrannt. "Daran lässt sich ablesen, dass eine Verteilungsgerechtigkeit bei geschlossenen Töpfen völlig unmöglich ist", betont Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer Hessen: "Wenn kein zusätzliches Geld ins System fließt, müssen neue EBMs, die nur zu Honorarverschiebungen führen, zwangsläufig Unfrieden stiften. Denn sie bilden die tatsächlich erbrachten ambulanten ärztlichen Leistungen nicht ab."

Dass sich der Konflikt um den geplanten EBM inzwischen zuspitze, bedauert von Knoblauch zu Hatzbach allerdings ausdrücklich: "Die Honorierung ärztlicher Leistungen ist eine Systemfrage. Doch anstelle gemeinsam nach außen Stärke zu zeigen und für eine wirkliche Verbesserung – die Abkehr von Budgets und Regelleistungsvolumina – einzutreten, diskutiert die Ärzteschaft intern. Wenn Ärztinnen und Ärzte nicht geschlossen auftreten, werden sie ihre berechtigten Interessen nicht durchsetzen können," warnt der hessische Ärztekammerpräsident.