Alkoholprävention an Friedrichsdorfer Gesamtschule: Voraussetzung ist eine vertrauensvolle Atmosphäre

 

Alkoholpräventionsprojekt "Hackedicht – Besser geht's dir ohne!" der Landesärztekammer Hessen an der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf setzt auf Information

Friedrichsdorf. 2.500 Kilometer – so lang wäre die Menschenschlange, wenn sich alle deutschen Alkoholkranken die Hände reichen würden. Ein Bild, das sich einprägt. Nachdenklicher reagierten die 14- bis 17-Jährigen Schülerinnen und Schüler der Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf allerdings auf eine andere Tatsache: Je jünger man beim ersten Alkoholkonsum ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, abhängig zu werden. Im Rahmen des Alkoholpräventionsprojekts "Hackedicht – Besser geht's dir ohne!" der Landesärztekammer Hessen informierte die Ärztin Dr. med. Jeanette Weber gestern Jugendliche aus drei Realschulklassen (9. Schuljahr) über Alkohol und seine Folgen.

"Die Jugendlichen waren offen und haben engagiert mitgearbeitet", berichtete Weber. Voraussetzung für diese Offenheit ist eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der über Themen wie Alkohol und Straßenverkehr und Sexualität und Alkohol gesprochen werden kann. Auch die Problematik des so genannten "Abfüllens" (Verabreichen von Alkohol ohne oder gegen den Willen einer Person) wurde thematisiert. "In den Gesprächen mit den Jugendlichen kommt es nicht nur darauf an, über die körperlichen Gefahren von Alkoholkonsum aufzuklären, sondern auch darüber, wie schnell man selbst oder ein anderer zum Opfer werden kann, wenn die Willenskraft durch den Alkohol herabgesetzt ist," sagte Weber.

Deutschlandweit ist der Trend zum Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen ungebrochen. Nach Angaben der DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) e.V. haben zwei Drittel der 12- bis 15-Jährigen schon einmal Alkohol getrunken. Bei 16-Jährigen sind es über 90 Prozent. Und die Konsumenten werden immer jünger. Dies kann der erste Schritt in einen Suchtkreislauf sein, der zahlreiche gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge hat und häufig genug in die Abhängigkeit führt. Was tun? Da ein erhobener Zeigefinger zur Vorbeugung wenig nutzt, setzt die Landesärztekammer seit 2007 mit ihrem Präventionsprojekt "Hackedicht - Besser geht's dir ohne!" auf Aufklärung von Kindern und Jugendlichen in ganz Hessen. Auf Vermittlung der Kammer informieren Ärztinnen und Ärzte an hessischen Schulen im Unterricht und bei Projekttagen über die Risiken des Alkoholkonsums und diskutieren mit den Schülern.

Bis heute wurden seit Herbst 2007 bereits 73 Aktionen mit rund 6.300 Schülern an hessischen Schulen durchgeführt. Die am Präventionsprojekt beteiligten Ärztinnen und Ärzte stoßen in der Regel auf eine große Gesprächsbereitschaft der Jugendlichen. Die Veranstaltung in Friedrichsdorf habe wieder einmal deutlich gezeigt, wie wichtig das Projekt und der Austausch mit den Jugendlichen sei, unterstrich Weber.

 

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