Dr. med. Dieter Kobosil mit Ernst von Bergmann-Plakette ausgezeichnet

Für seine herausragenden Leistungen in der ärztlichen Fortbildung ist Dr. med. Dieter Kobosil heute auf der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen mit der Ernst von Bergmann-Plakette ausgezeichnet worden. Ärztekammerpräsident Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach überreichte dem Betriebs- und Arbeitsmediziner die hohe Auszeichnung der Bundesärztekammer.

"Kollege Kobosil ist als Visionär zu bezeichnen. Schon vor über 10 Jahren habe er die Zeichen der Zeit erkannt und sich aktiv dafür eingesetzt, dass Betriebs- und Arbeitsmediziner gut ausgebildete Mitarbeiter/innen an ihrer Seite haben müssen", führte von Knoblauch zu Hatzbach aus. "Mit seinem Einsatz für die Weiter- und Fortbildung von Ärztinnen, Ärzten und deren Mitarbeitern handelt Dr. Kobosil ganz im Sinne des hippokratischen Gedankens."

Kobosil wurde am 22. Februar 1945 in Frankfurt am Main geboren. Nach seinem Staatsexamen 1973 war er zunächst als Medizinalassistent in der chirurgischen, später in der internistischen Klinik des Dreieichkrankenhauses in Langen tätig, wo er nach seiner Approbation 1974 die internistische Ausbildung fortsetzte. Im Jahre 1977 promoviert, begann er anschließend eine arbeitsmedizinische Tätigkeit bei der Firma Kalle-Albert, Niederlassung der Hoechst AG, in Wiesbaden. 1979 erwarb er die Gebietsbezeichnung "Arbeitsmedizin" und 1996 die Zusatzbezeichnung "Umweltmedizin".
Fast 30 Jahre lang war Kobosil als Leiter der werksärztlichen Abteilung der Firma InfraServ GmbH & Co.Wiesbaden KG (vormals Kalle-Albert) und als Betriebs- und Arbeitsmediziner beschäftigt, bevor er im Februar 2008 in den Ruhestand trat.

Über viele Jahre war er als beratender Arzt für den Landesverband Hessen-Mittelrhein und Thüringen der gewerblichen Berufsgenossenschaften tätig. Seit 1982 stand er der Landesärztekammer Hessen als Gutachter im Gebiet "Arbeits- und Betriebsmedizin" und seit 1984 als Prüfer im Gebiet "Arbeits- und Betriebsmedizin" zur Verfügung.

Vom 16.04.1985 bis zur Fusion mit der Akademie der Landesärztekammer Hessen im Jahr 2000 war er Vizepräsident der Hessischen Akademie für Betriebs-, Arbeits- und Sozialmedizin e.V., der späteren Akademie für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin e.V.
Seit dem Zusammenschluss mit der Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung der Landesärztekammer Hessen war Kobosil stellvertretender Sektionsvorsitzender und aktiver Referent sowohl in der Arbeits- als auch in der Sozialmedizin. Er initiierte und organisierte zahlreiche arbeitsmedizinische Fortbildungsveranstaltungen, die in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Hessen-Mittelrhein und Thüringen der gewerblichen Berufsgenossenschaften veranstaltet wurden.

Mit der Idee, Fortbildungen im Bereich der Betriebs- und Arbeitsmedizin für die Zielgruppe Arzthelferin/MFA anzubieten, trat Kobosil im Jahr 2001 an die Carl-Oelemann-Schule der Landesärztekammer Hessen heran. Ein Jahr später wurde die erste Fortbildung mit dem Inhalt "G 20 – Lärm" mit großem Erfolg durchgeführt. Aufgrund der großen Nachfrage entstand unter der Regie Kobosils 2005 ein 60stündiges Fortbildungscurriculum für MFA. Neben der inhaltlichen Entwicklungsarbeit der Fortbildungen unterstützte er durch persönliche Dozentenakquise und –tätigkeit die Qualität der Schule.

Auch als Rentner engagiert sich Kobosil u. a. bei den Diskussionen um den Fluglärm am Flughafen Frankfurt am Main und in der Umgebung.
Für sein großes Engagement für die hessischen Ärztinnen und Ärzte erhielt Kobosil bereits im Jahr 2005 die Ehrenplakette der Landesärztekammer Hessen.