Angeblich zu kurze Praxiszeiten sind gezielte Fehlinformation

Landesärztekammer Hessen wendet sich gegen Unterstellung der gesetzlichen Krankenkassen

Als gezielte Fehlinformation bezeichnet der hessische Ärztekammerpräsident Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach die Unterstellung der gesetzlichen Krankenkassen, niedergelassene Ärzte arbeiteten zu wenig. Die Wirklichkeit mit einer durchschnittlichen täglichen Arbeitszeit von 10,6 Stunden und der Behandlung von 50 Patienten am Tag (laut Umfrage des NAV-Virchowbundes, März 2011) spreche dieser Unterstellung Hohn.

„Wenn Dr. Doris Pfeiffer, immerhin Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, dagegen behauptet, niedergelassene Ärzte hätten ihre Praxen im Durchschnitt nur 28,5 Stunden in der Woche für ihre Patienten geöffnet, kann dies nicht auf Unkenntnis beruhen. Vermutlich soll der Bevölkerung mit falschen Angaben  weisgemacht werden, dass es keinen Ärztemangel gebe", erklärt von Knoblauch zu Hatzbach.

So unterstreicht der Ärztekammerpräsident, dass die Öffnungszeiten der Praxen nicht mit der tatsächlichen Arbeitszeit der niedergelassenen Ärzte gleichzusetzen sind. „Neben Hausbesuchen und Behandlungen vor und nach den auf dem Praxisschild angegebenen Zeiten müssen niedergelassene Kolleginnen und Kollegen einen hohen bürokratischen Zusatzaufwand betreiben, der zu einem nicht geringen Teil von den gesetzlichen Krankenkassen verursacht wird", erklärt von Knoblauch zu Hatzbach. „Dass diese Verwaltungsarbeit Zeit kostet, die Ärzte lieber ihren Patienten widmen würden, liegt auf der Hand. Mit einer Stimmungsmache, wie sie jetzt die gesetzlichen Krankenkassen betreiben, gewinnt man immer weniger Menschen für den Arztberuf."