Das Tragen eines Organspendeausweises sollte selbstverständlich werden

Ärztekammerpräsident fordert verstärkte Information und verpflichtende Aufklärung für Fahranfänger

Als Diskussionsanstöße hat der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, die Vorschläge des hessischen Sozialministers Stefan Grüttner und des bayerischen Gesundheitsministers Markus Söder zur Organspende begrüßt. "Es ist außerordentlich wichtig, das Thema Organspende einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und grundlegend zu informieren", unterstrich von Knoblauch zu Hatzbach. Nur durch verstärkte Aufklärung könne eine positive Einstellung zur Organspende gefördert werden. "Und das ist dringend notwendig, denn in Deutschland warten über 12.000 Menschen auf ein neues Organ. Viele von ihnen leider vergeblich."

Aufklären heiße aber auch, die Ängste der Bevölkerung ernst zu nehmen: "Wenn laut BZgA-Umfrage von 2010 rund 75 Prozent der Menschen Organspende befürworten, aber nur 25 Prozent von ihnen einen Organspendeausweis bei sich tragen, kann dies ein Indiz für Verunsicherung sein", erklärte von Knoblauch zu Hatzbach. So befürchteten einige Menschen, nach einem Unfall nur noch als potentielle Organspender betrachtet zu werden. Andere hätten Sorge, dass mit den Organen Verstorbener Handel getrieben werden könnte. "Diesen Befürchtungen müssen Politik und Gesellschaft durch hohe Sicherheitsstandards und Informationen entgegen treten. Auch die Ärzteschaft steht in der Pflicht, Menschen zu beraten, zu motivieren und mögliche Zweifel durch umfassende Beratung auszuräumen", erklärte von Knoblauch zu Hatzbach. Zugleich forderte er eine verbesserte finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser, damit diese die Rahmenbedingungen für Organspende und Transplantationen erfüllen könnten.

Aufklärungsmaßnahmen rund um das Thema Organspende müssten frühzeitig einsetzen, damit das Tragen eines Organspendeausweises nicht zum Zwang, sondern bereits für junge Menschen zur - freiwilligen - Selbstverständlichkeit werde. Von Knoblauch zu Hatzbach wiederholte seinen Vorschlag, in die 1.-Hilfe-Lehrgänge für Fahrschüler verpflichtend Aufklärung über das Thema Organspende einzubauen. Alle Führerscheinbewerber sollten Vordrucke von Organspendeausweisen erhalten und darüber informiert werden, wo sie sich beraten lassen können, sagte der hessische Ärztekammerpräsident.