Ausbilden und Zukunft sichern: Zertifizierung der Carl-Oelemann-Schule

Beitrag zur Verbesserung der Qualität der medizinischen Versorgung

"Der Aufwand hat sich gelohnt.

Mit der Zertifizierung durch den TÜV Hessen ist die Carl-Oelemann-Schule vom "Export-" zum "Topmodell" geworden", erklärte Ärztekammerpräsident Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach gestern bei der feierlichen Übergabe des Zertifikats: Als erste Einrichtung ihrer Art wurde die Carl-Oelemann-Schule (COS) der Landesärztekammer Hessen für Angehörige medizinischer Fachberufe vom TÜV Hessen für den Aufbau eines internen Qualitätsmanagement-Systems nach DIN EN ISO 9001: 2008 zertifiziert. "Eine hohe Auszeichnung für die Qualität von Organisation, Prozessabläufen sowie für die Orientierung an Ärzten und an dem Qualifikationsbedarf Medizinischer Fachangestellter", so von Knoblauch zu Hatzbach weiter. Innerhalb eines Jahres hatte die Carl-Oelemann-Schule unter der Leitung von Dipl. Päd. Silvia Happel während des laufenden Schulbetriebs mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Qualitäts-Management-System aufgebaut.

Ausbilden und  Zukunft sichern - und zwar durch Ärzte für Ärzte: Um gerade auch angesichts des zunehmenden Ärztemangels Leistungen in der Patientenversorgung delegieren zu können, seien Ärztinnen und Ärzte auf qualifizierte und verantwortungsbewusste MitarbeiterInnen angewiesen, hob Prof. Dr. med. Alexandra Henneberg, Vorsitzende des Vorstandes der Carl-Oelemann-Schule, hervor. "Die von der hessischen Ärzteschaft vor 30 Jahren gegründete Schule hat immer auf Qualität in der Berufsausbildung geachtet", sagte Dr. med. Lothar Hofmann, Vorsitzender des Ausschusses Überbetriebliche Ausbildung der Carl-Oelemann-Schule, und lobte das 17-köpfige Team für sein Engagement bei der Einführung des Qualitätsmanagements. Um jährlich ca. 3.000 Schülerinnen und Schüler ausbilden zu können, sei eine stringente, durchdachte Organisationsstruktur erforderlich.

Als Vorreiterin bei Qualität und Qualitätssicherung bezeichnete Dipl. Päd. Rosmarie Bristrup, Bereichsleiterin des Referates Fachberufe im Gesundheitswesen der Bundesärztekammer, die von der hessischen Ärzteschaft getragene Schule. Mit ihrem breit gefächerten, modularisierten Fortbildungsangebot für medizinische Fachangestellte leiste die COS einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Qualität der ambulanten medizinischen Versorgung.

"Qualität ist kein Zufall; sie ist das Ergebnis angestrengten Denkens", sagte Sabine Ridder, Präsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe. Zugleich bedeute Qualität aber auch, sich in den anderen hinein zu versetzen, fügte sie hinzu und forderte Wertschätzung für die Auszubildenden.

Ursprünglich für die Industrie entwickelt, ist die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 inzwischen auch auf dem Dienstleitungssektor weit verbreitet. In vielen Diskussionen im Gesundheitssystem werde die zunehmende Bürokratisierung kritisiert. "Damit steht u.a. auch die Einführung von Qualitätsmanagementsystemen im kritischen Blick," so MBA Claudia Welz-Spiegel in ihrem Festvortrag. Doch das Gegenteil sei der Fall:  !Aufräumen und neu sortieren hilft, für die Zukunft Zeit zu sparen!"