Klinikärzte sind keine Roboter

Ärztekammer steht hinter Forderungen nach verbesserten Arbeitsbedingungen an kommunalen Krankenhäusern

"Die Protestaktionen an kommunalen Krankenhäusern sind berechtigt", bekräftigte Ärztekammer-Präsident Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach heute in Frankfurt. Die Landesärztekammer stehe hinter den Forderungen der Ärztinnen und Ärzte nach einer Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. "Klinikärzte sind keine Roboter, die auf Knopfdruck rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Dass ihre Forderungen auch eine gerechte Vergütung von Bereitschaftsdiensten in der Nacht, an Wochenenden und an Feiertagen beinhalten, ist unverzichtbar."

Mit deutlichen Worten kritisierte von Knoblauch die Blockadehaltung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA): "Wenn sich die erdrückende Situation an den Kliniken nicht bald ändert, wird sich der Ärztemangel in Hessen weiter dramatisch verstärken." Vor allem junge Menschen seien nicht mehr bereit, sich ausbeuten zu lassen, so von Knoblauch weiter. "Es ist deshalb höchste Zeit, die beruflichen Rahmenbedingungen der Lebenswelt junger Ärzte und Ärztinnen anzupassen." Derzeit können bundesweit ca. 5.000 Arztstellen an Krankenhäusern nicht besetzt werden. Nach einer Hochrechnung der Hessischen Krankenhausgesellschaft (Februar 2010) entspricht dies einem Ärztemangel an hessischen Kliniken von ca. 580 Stellen.

"Die Reaktion der betroffenen Krankenhäuser, zunehmend Mehrarbeit zu bezahlen und Honorarärzte einzusetzen, löst das Problem nicht", unterstrich von Knoblauch. "Im Gegenteil: Unter ständiger Mehrarbeit leidet zwangsläufig die Qualität der ärztlichen Versorgung. Auch sind Honorarkräfte kein Ersatz für fest angestellte Krankenhausärzte", warnte der Ärztekammerpräsident. "Durch ihren ständigen Wechsel können sie weder eine kontinuierliche Patientenversorgung noch dauerhaft eine hochwertige Weiterbildung junger Kolleginnen und Kollegen leisten."