Leidenschaftlich in der Sache: Dr. med. Michael Popović geht in Ruhestand

Hauptgeschäftsführer der Landesärztekammer Hessen wird verabschiedet

Außergewöhnlich engagiert, leidenschaftlich in der Sache und überzeugungsstark: Eigenschaften, die sich mit Dr. med. Michael F.R. Popović, Hauptgeschäftsführer und Geschäftsführender Arzt der Landesärztekammer Hessen, verbinden. Nachdem er 24 Jahre lang das Erscheinungsbild der Kammer wesentlich mitgeprägt hat, tritt Popović zum 31. August 2010 in Ruhestand. Damit verabschiedet sich ein hochgeschätzter Impuls- und Ratgeber von Ärzteschaft, Politik und Öffentlichkeit aus dem aktiven Dienst für die Landeärztekammer. Als Ärztlicher Geschäftsführer der Landesärztekammer ist Dr. med. Roland Kaiser benannt worden.

Für Popović, der am 23.08.1947 in Fulda geboren wurde und von 1969 bis 1975 an der Justus-Liebig-Universität Gießen zunächst Psychologie, später Humanmedizin studierte, hatten die ethischen Grundnormen ärztlichen Handelns immer programmatischen Charakter. Sein Einsatz für die Qualität ärztlicher Fort- und Weiterbildung, für gesundheitliche Aufklärung, Gewalt- und Kriminal-Prävention und den Schutz des Lebens in jeder Daseinsphase war dem gesundheitlichen Allgemeinwohl verpflichtet. Popović war maßgeblich an der Entstehung des hessischen Geriatriekonzepts beteiligt und wirkte entscheidend am Aufbau der palliativmedizinischen Versorgung in Hessen mit. Weitere Themenschwerpunkte seines Wirkens waren die Verbesserung der Logistik und Qualität der flächendeckenden Versorgung, der Arbeitsbedingungen des medizinischen Personals, Migration und Gesundheit und die Notfall- und Katastrophenmedizin. Bei konzeptionellen Überlegungen, wie im Katastrophenfall Leben geschützt und gerettet werden kann, waren Popovićs Erfahrungen als Oberstarzt der Reserve von Bedeutung. Als Mitglied der Arbeitsgruppe Katastrophenmedizin der Schutzkommission des Bundesministers des Innern und des Landessausschusses für den Katastrophenschutz erreichte er, dass der medizinische Katastrophenschutz 2002 in das hessische Katastrophenschutzgesetz aufgenommen wurde. Auch Erhalt und zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Fortbildungszentrums der Landesärztekammer Hessen in Bad Nauheim gehen vor allem auf Popovićs Engagement zurück. Mit Unterstützung von Bund und Land Hessen konnte das Internatsgebäude der Carl-Oelemann-Schule neu aufgebaut werden. Popović machte sich nicht nur in Hessen für ein patientenorientiertes Gesundheitswesen stark. Nach der Wiedervereinigung war er von 1990 bis 1991 Berater beim Aufbau der Ärztekammer Thüringen. Darüber hinaus war er beratend am Aufbau des tschechischen Gesundheitswesens und der dortigen Heilberufskörperschaften beteiligt und wurde 1991 zum Consultant des tschechischen Gesundheitsministeriums ernannt. Auch auf Ebene der Europäischen Union war seine Expertenmeinung u. a. in Aus- und Weiterbildungsfragen gefragt. Popovićs vielfache Aktivitäten und Verdienste wurden u. a. mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande 2004 gewürdigt.

Weitere Informationen im Hessischen Ärzteblatt, Ausgabe 9/2010, S. 583-585.