Landesärztekammer Hessen fragt: Wie gut ist die Qualität ärztlicher Weiterbildung?

Bundesweites Evaluationsprojekt startet im April

Die Kritik an der Qualität ärztlicher Weiterbildung ist unüberhörbar. Hierarchische Verhältnisse, unzureichende Anleitung und Arbeitsüberlastung scheinen vielen Assistenzärztinnen und -ärzten die Freude am Einstieg ins Berufsleben zu verleiden.

Die Folge sind Unzufriedenheit und Resignation. Immer mehr junge Ärztinnen und Ärzte planen aus der Patientenversorgung auszusteigen oder im Ausland zu arbeiten. Doch liegt dieser Trend tatsächlich an der Situation der Weiterbildung? Ist deren Qualität wirklich so schlecht, wie immer wieder kritisiert wird? Oder sind primär politisch verursachte Rahmenbedingungen für die Unzufriedenheit verantwortlich?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, startet die Landesärztekammer Hessen gemeinsam mit 15 weiteren Ärztekammern im Frühjahr 2009 das bundeseinheitliche Umfrage-Projekt "Evaluation ärztlicher Weiterbildung", das eine Bewertung der Weiterbildungssituation in Deutschland ermöglichen soll. Ziel der Umfrage ist es, Stärken und Mängel in den Weiterbildungsstätten aufzudecken, damit mittel- und langfristig Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits- und Weiterbildungsbedingungen von Assistenzärzten eingeleitet werden können. Die Evaluation des Projektes wird von Wissenschaftlern der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) durchgeführt und ausgewertet. Die Bundesärztekammer hatte sich für das Angebot der ETH Zürich entschieden, da die Schweiz über eine zwölfjährige Erfahrung mit der Evaluation ärztlicher Weiterbildung verfügt.

Im April geht es los: Alle zur Facharzt-Weiterbildung befugten Ärztinnen und Ärzte in Krankenhäusern, Praxen etc. erhalten von der Landesärztekammer ein Schreiben, in dem sie aufgefordert werden, die Anzahl ihrer Weiterbildungsassistenten/-innen anzugeben. Für jede/n Weiterbildungsassistent/in erhält der/die Weiterbildungsbefugte dann einen individuellen Zugangscode, den er/sie an die angehende Fachärztin/ den angehenden Facharzt weitergeben soll. Der Zugangscode dient der Einwahl in den Online-Fragebogen. Wichtig hierbei ist: Die Anonymität der Teilnehmer bleibt gewahrt.

Weiterbilder und Assistenten haben sechs Wochen lang Zeit, den Fragebogen auszufüllen und darin Auskunft über Stärken und Schwächen des Systems zu geben. Der Fragebogen wird online zur Auswertung an die ETH Zürich gesandt.

Damit das Evaluations-Projekt möglichst viele Assistenzärztinnen und -ärzte erreicht, sind wir auf die aktive Unterstützung der Weiterbilder angewiesen. Bitte achten Sie daher auf ein entsprechendes Schreiben Ihrer Ärztekammer und motivieren Sie Ihre Assistenten dazu, sich an der Umfrage zu beteiligen!