Fehlervermeidung und Patientensicherheit im Krankenhaus

Delegiertenversammlung der Landesärztekammer fordert die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für neue Sicherheitskultur

Jeder Fehler ist ein Fehler zuviel. Die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer bezeichnete deshalb die Einführung einer neuen Sicherheits- und Fehlerkultur im Krankenhaus als zwingend notwendig. Es müsse dabei um Strategien zur Fehlervermeidung und einen offeneren Umgang mit Mängeln und Fehlern ohne Schuldzuweisung an Einzelne gehen. Eindeutig wandten sich die Delegierten gegen die bisher übliche Praxis, einen Fehler immer als persönliches Versagen eines Einzelnen zu betrachten und zu ahnden. Erfahrungen und Studien zeigten vielmehr, dass Fehler oft nicht durch einzelne Personen verursacht würden, sondern das Ergebnis systembedingter Organisations- und Kommunikationsmängel seien.

Die Tätigkeit ärztlicher und pflegerischer Mitarbeiter im Krankenhaus sei generell nicht nur von einer hohen körperlichen und emotionalen Arbeitsbelastung sondern auch einer zunehmenden Arbeitsverdichtung geprägt, erklärten die Ärztevertreter. Stress, Überlastung und Nacht- sowie Schichtarbeit wirkten sich beeinträchtigend auf körperliche und geistige Leistungen, auf Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit aus.

Die Delegierten forderten daher die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für die neue Sicherheits- und Fehlerkultur im Krankenhaus. Die von Ärztinnen und Ärzten geforderten und inzwischen sowohl gesetzlich als auch tarifpolitisch durchgesetzten Arbeitszeitverkürzungen stellten einen wichtigen Beitrag zur Fehlervermeidung und Patientensicherheit dar. Das Ärzteparlament kündigte an, dass sich die Landesärztekammer einer Aufweichung dieser Sicherheitsstandards entschieden entgegen stellen werde.