"Schweinegrippe": Ärztekammer bedauert Verunsicherung der Bevölkerung

"Impfung gegen saisonale Grippe nicht vernachlässigen"

"Es ist zutiefst bedauerlich, dass kontroverse Diskussionen und Medienberichte zur Impfung gegen die "Neue Grippe" A/H1N1 ("Schweinegrippe") die Bevölkerung, aber auch viele Ärztinnen und Ärzte verunsichert haben," erklärte der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, heute in Frankfurt. "Wir befürchten, dass sich diese Verunsicherung auch ungünstig auf das generelle Impfverhalten auswirken wird. Schon jetzt sind viel zu wenige Menschen, darunter auch Risikogruppen wie Senioren über 60 Jahren und chronisch Kranke, gegen die saisonale Grippe geimpft. Die Influenza, an der jährlich Tausende sterben, darf jedoch nicht unterschätzt und die Impfung gegen die saisonale Grippe daher nicht vernachlässigt werden. Eine Impfung stellt oft den einzigen zuverlässigen Schutz vor einer Erkrankung dar."

Von Knoblauch hob hervor, dass die Landesärztekammer keine fachliche Einschätzung des Impfstoffes gegen die "Neue Grippe" A/H1N1 vornehmen könne. "Hierzu verweisen wir ausdrücklich auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (www.rki.de) und der EU-Kommission sowie die Stellungnahme der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. In Hessen ist das Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit (www.hsm.hessen.de) federführend für das Impfkonzept und dessen Umsetzung zuständig."