Hessische Heilberufskörperschaften erneuern ihre Forderung: Politiker dürfen sich nicht aus der Verantwortung stehlen

Gemeinsame Pressemitteilung

Wiesbaden, den 03. Juni 2009 - Die Hessischen Heilberufskörperschaften haben beim 2. Hessischen Heilberufetag, der heute unter dem Motto "Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt - Dürfen wir, was wir können?" in Wiesbaden stattgefunden hat, die Politiker nachdrücklich an ihre Verantwortung im Gesundheitssystem erinnert.

Aufgabe der politisch und gesellschaftlich Verantwortlichen sei es, für Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen zu sorgen, damit "heilen & helfen" wieder in den Mittelpunkt heilberuflicher Tätigkeit treten können. Stellvertretend für die Vertreter der hessischen Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Apotheker und Tierärzte formulierte Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, der Präsident der Landesärztekammer Hessen, in Anwesenheit von Hessens Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit Jürgen Banzer: "Wir Heilberufler fühlen uns von den politisch Verantwortlichen im Stich gelassen, wenn wir unseren Patienten das erklären sollen, was eigentlich Aufgabe der Politik wäre. Nämlich, dass das unbegrenzte Leistungsversprechen von Politikern angesichts begrenzter Mittel im Gesundheitswesen nicht eingelöst werden kann. Wir fordern die Politik deshalb erneut auf, sich dieser Wahrheit zu stellen und mit uns als den Experten die zukünftige Gesundheitsversorgung in der Verantwortung für Mensch und Umwelt zu gestalten."
Dass die Frage "Dürfen wir, was wir können?" neben den Mitteln und deren Begrenzung vor allem ethische Aspekte berührt, machte Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, in seiner Rede deutlich. Er stellte heraus, dass dem Fortschritt in der Heilkunde auch Grenzen gegenüber stehen. Die Spannung zwischen dem technisch Machbaren und dem sittlich Verantwortbaren gelte es immer wieder auszuloten. Dazu schlug er vor, Kriterien der ethischen Verantwortung zu entwickeln.

Wie eng die Gesundheit von Mensch und Tier zusammenhängt, zeigte Prof. Dr. Hartwig Bostedt, Veterinärmediziner von der Universität in Gießen, auf. Bostedt erläuterte in seinem Vortrag die gegenseitige Abhängigkeit der Gesundheit von Mensch und Tier. Die Übertragung von Krankheiten von Tieren auf Menschen und umgekehrt habe sich nicht nur in Folge des Zusammenwachsens der Länder und Kontinente, sondern vor allem auch als Folge des Klimawandels in jüngster Zeit verändert. Die EU-Festlegung "Tier und Mensch - eine Gesundheit", die sich die hessischen Heilberufskörperschaften zu eigen gemacht hätten, verlange mit besonderer Dringlichkeit nach neuen Antworten. Human- und Veterinärmediziner seien zusammen gefordert, Strategien zu entwickeln, um den erkennbaren und zu erwartenden Gefahren zu begegnen


Nähere Informationen unter www.heilberufetag.de

 

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