Delegiertenversammlung der Landesärztekammer unterstützt Forderungen der Ärzte an kommunalen Kliniken

Arbeitsbedingungen führen zu Ärzteflucht und Verschlechterung der Patientenversorgung

Im aktuellen Tarifkonflikt mit kommunalen Krankenhausträgern unterstützen auch die niedergelassenen Delegierten der Hessischen Landesärztekammer die Anliegen der angestellten Ärztinnen und Ärzte. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution warnte das Ärzteparlament heute davor, die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und angemessener Vergütung nicht zu beachten: Frustriertes und demotiviertes Klinikpersonal führe zu einer Verschlechterung der Patientenversorgung.

Die Delegierten wiesen darauf hin, dass die Zahl der Kündigungen an Kommunalen Kliniken ständig zunehme. Immer mehr Ärztinnen und Ärzte wechselten an andere Häuser oder ins benachbarte Ausland, wo bessere Rahmenbedingungen herrschten und höhere Gehälter gezahlt würden. Im Unterschied zu den kommunalen Kliniken seien die Lohnanpassungen in den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken und den Universitätskliniken bereits erfolgt.

Schon jetzt ist der Mangel an Ärztinnen und Ärzten in Krankenhäusern spürbar. So haben sich im Jahr 2007 die Stellenanzeigen im Deutschen Ärzteblatt für Fachärzte im Vergleich zu 2003 mit insgesamt 6.057 mehr als verdoppelt. Durch schlechte Einkommen verschärft sich die Ärzteflucht aus Deutschlands Kliniken noch; mittlerweile arbeiten knapp 16.000 deutsche Ärzte im Ausland. "Diese Bedingungen führen zur Unterversorgung der Bevölkerung im Bereich der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte", kritisierte die Delegiertenversammlung.