"Wer nicht ausbildet, verpasst den Zug in die Zukunft"

Landesärztekammer Hessen wirbt für Ausbildungsplätze in Praxis und Klinik

„Geben Sie jungen Leuten eine Chance - nicht nur, aber auch in Ihrem eigenen Interesse!" Mit deutlichen Worten appelliert die Präsidentin der Landesärztekammer, Dr. med. Ursula Stüwe, an die Ausbildungsbereitschaft von Ärztinnen und Ärzten in Hessen. „Natürlich motivieren die aktuellen gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Ärzte und Kliniken nicht gerade dazu, Auszubildende aufzunehmen. Doch auch die Tatsache, dass unsere wiederholten Forderungen nach vernünftigen finanziellen Rahmenbedingungen bisher von der Politik weitgehend ignoriert worden sind, darf nicht zu einem nachlassenden Engagement für den Fachkräftenachwuchs führen", betont Stüwe. „Angesichts der demografischen Entwicklung ist der Tag, an dem Arbeitskräfte rar werden, absehbar. Nur wer heute Ausbildungsplätze für Medizinische Fachangestellte schafft, kann morgen noch Versorgungsaufgaben erfüllen und damit auch die Existenz der eigenen Praxis oder eines Krankenhauses sichern."

Die Landesärztekammer Hessen ist als Mitglied des Verbandes der Freien Berufe am Hessischen Pakt für Ausbildung 2007 - 2009 und am Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland 2007 bis 2010 beteiligt. Der diesjährige Deutsche Ärztetag hat die Beteiligung der Freien Berufe auch auf Bundesebene ausdrücklich begrüßt. „Durch den Pakt soll erneut gezeigt werden, dass die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe durch die Bundesregierung nicht erforderlich ist, weil die Wirtschaft bereit ist, eine ausreichende Anzahl von Ausbildungsplätzen zur Verfügung zu stellen", sagt Stüwe. „Damit die notwendigen Weichen für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung gestellt werden können, werben wir bei unseren Kammermitgliedern dafür, Auszubildende einzustellen." Insbesondere Arztpraxen, die noch nie oder in den letzten beiden Jahren nicht mehr ausgebildet haben, sollten prüfen, ob sie Ausbildungsplätze einrichten können.

Ausbildungsbereite Arztpraxen und Kliniken werden von der Landesärztekammer bei der Auswahl geeigneter Bewerber durch einen kostenlosen Eignungstest unterstützt. Auch hat die Kammer auf ihrer Homepage www.laekh.de eine Jobbörse eingerichtet. Dort sind zudem ausführliche Informationen zur Aus- und Fortbildung von Medizinischen Fachangestellten sowie zu Fördermöglichkeiten eingestellt. Einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssicherung der Behandlung und Betreuung von Patienten sowohl in Arztpraxen als auch im stationären Bereich leistet die Carl-Oelemann-Schule der Landesärztekammer Hessen in Bad Nauheim, die neben der überbetrieblichen Ausbildung ein umfangreiches Fort- und Weiterbildungsprogramm für Arzthelfer/innen/Medizinische Fachangestellte anbietet. „Wir legen so viel Wert auf die Qualifizierung der Medizinischen Fachangestellten, weil sie eine ebenso wichtige wie unverzichtbare Mitarbeiterin in Praxis und Klinik ist. Nur ausgebildete Kräfte sind ein Garant für Sicherheit und Qualität", erklärt Stüwe. „Deshalb: wer nicht ausbildet, verpasst den Zug in die Zukunft."