Aus Theorie wird Praxis: Neues Fortbildungskonzept für Medizinische Fachangestellte schafft mehr Kompetenz und Verantwortung

Carl-Oelemann-Schule der Landesärztekammer setzt Musterfortbildungspläne der Bundesärztekammer in neuem Fortbildungskonzept um

Sie organisieren Praxisabläufe, beraten Patienten und assistieren bei der Behandlung: In einem Gesundheitssystem, das dem einzelnen Arzt immer weniger Zeit für die Patientenbetreuung lässt, sind Medizinische Fachangestellte als unterstützende und entlastende Fachkräfte in Praxis und Klinik unentbehrlich.

Um sie künftig noch stärker in die Patientenversorgung einbeziehen zu können, hat die Bundesärztekammer am Freitag, dem 26. Oktober qualitätsgesicherte Mustercurricula beschlossen. Die Landesärztekammer Hessen wird als erste Kammer alle Curricula an ihrer Carl-Oelemann-Schule in Bad Nauheim anbieten.

Mit ihrem neuen Bildungskonzept "Fortbildung im Modul-/Bausteinsystem", das im Januar 2008 startet, hat die Carl-Olemann-Schule der Landesärztekammer Hessen eine Antwort auf die Forderung nach qualifizierten Fortbildungsangeboten, die aktuelles Fachwissen vermitteln und zeitlich mit dem Arbeitsalltag vereinbar sind, gefunden. Als "absolute Neuorientierung" bezeichnet Martin Leimbeck, Hausarzt und Vizepräsident der Landesärztekammer, daher das neue Angebot: "Die Fortbildung im Modul-/Bausteinsystem erlaubt es den Teilnehmer/innen, je nach Interesse und beruflicher Notwendigkeit Fortbildungskurse als Einzelveranstaltungen oder als Voraussetzungen für eine spätere Qualifizierung zu besuchen."

Das Modulsystem beinhaltet sowohl Fortbildungen in hoher Qualität mit praxisbezogenen Übungen, als auch Qualifizierungslehrgänge, die besonders auf das Aufgabenspektrum in der niedergelassenen Praxis zugeschnitten sind. "Wir haben als erste Kammer alle fünf Mustercurricula der Bundesärztekammer an der Carl-Oelemann-Schule im Programm", fügt Leimbeck hinzu. Durch die neuen Qualifizierungslehrgänge "Ernährungsmedizin", "Patientenbegleitung und Koordination", "Ambulante Versorgung älterer Menschen", "Prävention im Kindes- und Jugendalter" und "Prävention bei Jugendlichen und Erwachsenen" wird die - bereits seit vielen Jahren an der Carl-Oelemann-Schule angebotene - Aufstiegsfortbildung Arztfachhelferin noch attraktiver, da die Lehrgänge als Wahlteil im Lehrgang zur Arztfachhelferin anerkannt werden können. "Damit stärken wir die ambulante Medizin in der Versorgung chronisch Kranker und in der Vorsorge", unterstrich Leimbeck.