Sorge über Zunahme psychischer Leiden

Resolution der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen zum Thema „Gesundheit und soziale Lage"

In einer Resolution drückten die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer heute in Bad Nauheim ihre Sorge über die Zunahme psychischer Leiden in der Bevölkerung aus. Zukunftsängste, Arbeitslosigkeit, Armut, wachsende Vereinzelung und das Auseinanderbrechen von Familien lösten immer häufiger Suchtprobleme und psychische Erkrankungen aus, die in vielen Fällen zu Berufs- und Erwerbsunfähigkeit führten.

Auch für Arztbesuche und Krankschreibungen seien zunehmend psychische und soziale Leiden verantwortlich, erklärten die hessischen Delegierten und führten dies unmissverständlich auf die gesellschaftliche Entwicklung zurück, in der Solidarität und die Würde des Einzelnen der ökonomischen Ausrichtung nachgeordnet werde: „Wer Monetik statt Ethik sät, erntet diese Folgen."

Zugleich prangerte die Delegiertenversammlung an, dass Ärztinnen und Ärzte wegen fehlender Finanzmittel nicht angemessen auf die wachsende Problematik reagieren könnten. Aufgrund des defizitären Versorgungssystems sei es der Ärzteschaft kaum möglich, entsprechende psychosomatische und psychotherapeutische Leistungen zur Verfügung zu stellen, kritisierten die Delegierten in ihrer Resolution.