„Hessisches Memento"

Die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen erklärt sich völlig solidarisch mit den streikenden und protestierenden Ärztinnen und Ärzten!

Auf ihrer heutigen Delegiertenversammlung in Bad Nauheim verabschiedeten die hessischen Ärztinnen und Ärzte ein „Hessisches Momento". Darin heißt es wörtlich: „Ärztinnen und Ärzte brauchen für eine gute Versorgung der Patienten solide Rahmen­bedingungen und Planungssicherheiten. Die Protest- und die Streikaktionen der Ärztinnen und Ärzte sind Ausdruck ihrer schlechten Arbeitsbedingungen und der Verletzung ihrer ärztlichen Berufswürde.

In den Krankenhäusern werden Millionen unbezahlter Überstunden geleistet und subventionieren das Gesundheitssystem. Ärztinnen und Ärzte werden damit ausgebeutet und mit Knebelarbeits­verträgen und Arbeitszeiten am Rande der Legalität bedroht. In der Praxis reicht die Vergütung schon lange nicht mehr für ein gute Patientenversorgung. Bereits heute wird ein Drittel der ärztlichen Leistungen nicht vergütet. Die geplante Bonus- Malusregelung enthält dem Patienten Leistungen vor, anderenfalls müssten die Ärzte die Medikamente ihrer Patienten selber bezahlen. Dies ist kein „Verteilungsproblem" zwischen hausärztlicher und fachärztlicher Versorgung.

Überbordende Bürokratie in Klinik und Praxen behindert die Patientenversorgung. Sie verbraucht bereits jetzt mehr Zeit als für den Patientenkontakt. Sie lässt den Ärztinnen und Ärzten immer weniger Zeit für die Patientenversorgung, da mehr Zeit für Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben beansprucht wird.

Darum stellt sich die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen solidarisch hinter alle streikenden und protestierenden Ärztinnen und Ärzte und deren Forderungen. Ärztlicher Sachverstand bleibt für die Zukunft des Gesundheitssystems unerlässlich!"