Landesärztekammer Hessen unterstützt den Protesttag am 19. Mai

Stüwe: „Das Gesundheitssystem muss neu gedacht werden"

Die Landesärztekammer Hessen unterstützt den Aufruf der freien Ärzteverbände zum dritten bundesweiten Protesttag am 19. Mai nachdrücklich. „Ärztinnen und Ärzte sind nicht länger bereit, die Folgen einer verfehlten Gesundheitspolitik hinzunehmen", erklärte Dr. med. Ursula Stüwe, Präsidentin der Landesärztekammer Hessen, heute in Frankfurt. Miserable Arbeitsbedingungen in Klinik und Praxis, überbordende Bürokratie, unsinnige Kostendämpfungsgesetze und die Bonus-Malus-Regelung seien der Grund dafür, dass die Ärzteschaft ihre Proteste nun auf die Straße trage.

„Wir lassen uns nicht länger in die Schmuddelecke der Kostentreiber stellen", sagte Stüwe. Solange die Politik glaube, dass sie Ärztinnen und Ärzte die finanzielle Verantwortung für eine älter werdende Gesellschaft , aber auch für neue technische und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zuschieben könne, habe sie die Rechnung ohne die Beteiligten gemacht. „Wenn nicht bald ein Schlussstrich unter diese unredliche Kampagne, die dem Patienten vieles verspricht und dabei die Verschlechterung  seiner medizinischen Versorgung verschleiert, gezogen wird, gehen Deutschland in absehbarer Zeit die Ärzte aus", prognostizierte die hessische Ärztekammerpräsidentin. „Es ist daher wichtig, dass Ärztinnen und Ärzte mit Streiks und Protestkundgebungen auf diese Missstände aufmerksam machen. Das Gesundheitssystem muss neu gedacht werden", forderte Stüwe.