Behauptungen und vage Vermutungen

Ein Schreckgespenst namens „Korruption im Gesundheitswesen" hatte Transparency International Deutschland kürzlich auf einer Pressekonferenz an die Wand zu malen versucht. Doch die markigen Behauptungen, wonach Abrechnungsbetrug, Fälschungen und Einflussnahme angeblich jährlich „Milliarden-Schäden" verursachen, sind längst zu Worthülsen und Allgemeinplätzen geschrumpft.

Auf „globale und internationale Probleme" habe sich die Pressekonferenz bezogen, antwortete Dr. Gabriele Bojunga von Transparency International jetzt auf ein Schreiben der Präsidentin der Landesärztekammer Hessen, Dr. med. Ursula Stüwe. Sie war darin aufgefordert worden, ihre Vorwürfe zu untermauern und Informationen zu angeblich betrügerischen Ärztinnen und Ärzten vorzulegen, damit die Kammer gegen diese Ermittlungen aufnehmen kann. Doch Bojunga blieb jegliche konkreten Angaben schuldig und lieferte statt dessen vage Vermutungen:

  • Auch in Hessen dürften Ärzte Kickbacks von der Firma Ratiopharm für die Verordnung ihrer Arzneimittel angenommen haben,
  • auch in Hessen dürften Patienten nach Schlaganfall auf (das wesentlich teuere) Clopidrogel statt ASS eingestellt werden,
  • auch in Hessen dürften Patienten gegen Vorteilsgewährung seitens der Warenanbieter auf eine neue, teuerer und meist nur scheininnovative Behandlung umstellen,

heißt es in dem Schreiben. „Weder hat Frau Dr. Bojunga Ross und Reiter genannt, noch Belege für die unsäglichen Vorwürfe von Transparency International geliefert", empörte sich Stüwe. „Der Verdacht der Landesärztekammer, dass sich Transparency International im Rahmen einer Diffamierungskampagne zu Lasten der Ärzteschaft profilieren wolle, hat sich durch die Ausführungen von Bojunga bestätigt.