Stüwe: „Wir lassen uns diese Gesundheitsreform nicht gefallen"

Landesärztekammer unterstützt die Ärzte-Demonstration am 22. September in Berlin

„Wenn wir uns nicht vehement gegen die bekannt gewordenen Reformpläne der Bundesregierung zur Wehr setzen, rutscht das deutsche Gesundheitswesen in die Staatsmedizin ab", warnte heute die Präsidentin der Landesärztekammer Hessen, Dr. med. Ursula Stüwe. Ärztinnen und Ärzte müssten ihre Patienten darüber aufklären, dass der staatliche Einfluss auf das Gesundheitswesen durch die Reform massiv ausgeweitet werden soll. „Damit gehen unausweichlich eine weitere Rationierung medizinischer Leistungen, Wartezeiten, die Zerschlagung regionaler Versorgungsstrukturen und Qualitätseinbrüche einher. Mit fatalen Folgen für die Bevölkerung, denn ihre medizinische Versorgung, vor allem auch die der älteren Menschen, wird sich dramatisch verschlechtern," erklärte Stüwe. „Wir können uns diese Reform, die Ärzte und Patienten vollständig entmündigt, weder gefallen lassen, noch sie gegenüber unseren Patienten verantworten. Deshalb unterstützt die Landesärztekammer Hessen nachdrücklich die Demonstration der freien Ärzteverbände am 22. September in Berlin."

Noch stehe das deutsche Gesundheitswesen im internationalen Vergleich gut da. Doch die Betonung liege auf „noch". Um der Bevölkerung auch künftig eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung bieten zu können, müsse das System unter Einbeziehung ärztlichen Sachverstandes weiterentwickelt werden, sagte Stüwe. „Im Interesse unserer Patienten dürfen wir dieses Feld nicht alleine der Politik überlassen."