Für gesunde Lungen und ein umfassendes Rauchverbot

Landesärztekammer Hessen unterstützt den Deutschen Lungentag 2006

„Die Zahlen schreien zum Himmel, doch noch immer scheinen Politiker sie ignorieren zu wollen", empört sich die Präsidentin der Landesärztekammer, Dr. med. Ursula Stüwe. Nach Angaben der WHO sterbe jeder zweite Raucher an den Folgen seines Nikotinkonsums. Auch wer unfreiwillig dem blauen Dunst ausgesetzt sei - z.B. Kinder rauchender Eltern, nichtrauchende Gäste und Angestellte in Gaststätten - lebe mit einem tödlichen Risiko: „Sein  Lungenkrebsrisiko ist um etwa 40 Prozent erhöht.* Da mutet es wie blanker Zynismus an, wenn sich einzelne Bundestagsabgeordnete gegen ein Rauchverbot in Gaststätten wenden und von "überzogenem Nichtraucherschutz" sprechen", erklärte Stüwe.

„Es ist Aufgabe der Politik, sich für Prävention und Gesundheitsschutz der Bevölkerung einzusetzen", fügte die Ärztekammerpräsidentin hinzu. Auf keinen Fall dürfe sie sich vor den Karren von Interessengruppen, der Tabakindustrie oder des Hotel- und Gaststättenverbandes, spannen lassen. „Nur ein umfassendes Rauchverbot in öffentlichen Räumen, das auch für Restaurant, Bars und Gaststätten gilt, kann Nichtraucher vor Tabakrauch und seinen bitteren Konsequenzen bewahren."

Darüber hinaus müssten Ärztinnen und Ärzte, Lehrer und Eltern Kinder und Jugendliche immer wieder auf die Gefahren des Rauchens hinweisen, betonte Stüwe. Ausdrücklich unterstütze die Landesärztekammer den „Deutschen Lungentag 2006" (www.lungentag.de) am 23. September, dessen Aktionen sich auch an junge Menschen richten: Seit Jahren warnen Lungenfachärzte vor den Folgen des Tabakkonsums: Immerhin zählen die durch Rauchen verursachten Lungenkrankheiten zu den zehn häufigsten Todesursachen weltweit. 

*Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg