Gut bis überdurchschnittlich

Arzthelfer/-in-Auszubildende machen Mut

Sinkende Auszubildendenzahlen und öffentliche Diskussionen über unqualifizierte Schulabgänger, die sich für die Berufsausbildung bewerben: In den letzten Jahren klangen die Nachrichten aus dem Ausbildungsbereich immer düsterer. Obwohl die hessische Ärzteschaft trotz finanzieller Verunsicherung durch die Gesundheitsreform konstant Arzthelfer/-innen ausbildet, beklagen auch Ärzte häufig, dass sich viele Bewerber außerdem  leistungsunwillig zeigen und sich nicht in den Praxisalltag integrieren lassen. Umso erfreulicher sind die Daten, die die Landesärztekammer Hessen jetzt anlässlich der bevorstehenden Winterabschlussprüfung von Arzthelfer/-innen-Auszubildenden im Januar 2006 festgestellt hat: 

Von insgesamt 246 Auszubildenden nehmen 101 vorzeitig an der Prüfung teil. Grund: ihre Ausbildungsleistungen sind überdurchschnittlich. Voraussetzung für die vorzeitige Prüfung ist eine gute Beurteilung durch den ausbildenden Arzt und ein Notendurchschnitt von besser als 2,5 in der Berufsschule. Von den 101 Prüfungsbewerbern haben 87 in der Berufsschule die Durchschnittsnote 2,0 oder besser erzielt. 13 Prüfungskandidaten stehen auf glatt 1,0.

Die ausbildenden Ärzte haben bei 81 Prüfungsbewerbern eine „sehr gute" Bewertung abgegeben und diese durch folgende Beschreibungen erläutert: „fleißig, gewissenhaft, motiviert, konzentriert, selbständig, zuverlässig, schnell, flexibel, teamfähig, intelligent, interessiert, guter Patientenkontakt, überdurchschnittliches Engagement und Fachwissen, überragender Einsatz". Bemerkenswert ist, dass sich unter den Bewerbern 7 Abiturienten sowie 2 mit dem Abschluss der Fachoberschule Gesundheit Organisationsform A befinden, die trotz bereits verkürzter Ausbildungszeit die Prüfung leistungsbedingt noch einmal vorziehen können.

„Passend zur Weihnachtszeit erhellen diese Ergebnisse die trübe Stimmung im Ausbildungsbereich. Sie geben Anlass zur Hoffnung und machen Mut, mit jungen Menschen zu arbeiten. Auch verdeutlichen sie, dass sich diese ebenso gerne (aus)bilden lassen wollen", kommentierte Roswitha Hoerschelmann, Leiterin der Arzthelferinnenabteilung der hessischen Ärztekammer, die Angaben. Manchmal müssten anfängliche Schwierigkeiten überwunden werden, aber es lohne sich. Hoerschelmann zeigte sich davon überzeugt, dass sich eine frühzeitige und bewusste Auswahl von Bewerbern positiv auswirke. „Ärztinnen und Ärzte sind jedenfalls gut beraten, sich qualifizierte Bewerber für ihre Praxis zu sichern, da nach Angaben des Bundesbildungsministeriums die Zahl der Schulabgänger ab 2010/2011 stark abnimmt und sich daraus ein Fachkräftenachwuchsmangel entwickeln könnte."