"Alles läuft rechtsstaatlich"

Kassel. Mit großem Befremden haben die Bezirksärztekammer Kassel und die Bezirksstelle Kassel der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen auf die öffentlichen Äußerungen des Kasseler Drogentherapeuten Dr. med. Olaf Weber reagiert. In Zusammenhang mit schweren Vorwürfen gegen Ärzte, die Rauschgiftkranke mit der Ersatzdroge Methadon behandelt und dafür sowohl Geld von der Krankenversicherung als auch von den Patienten kassiert hätten, hatte Weber in der HNA vom 23. März der Ärztekammer vorgehalten, sie kontrolliere die betreffenden Ärzte nicht. Auch dem Regierungspräsidium warf er vor, nicht geprüft zu haben, ob das Betäubungsmittelgesetz eingehalten worden sei.

„Alles läuft rechtsstaatlich", stellte Dr. med. Lothar Werner Hofmann, Vorsitzender der Bezirksärztekammer Kassel, heute richtig: „Es findet ein ständiger Informationsaustausch zwischen Bezirksärztekammer und Staatsanwaltschaft statt." Ärzte, die im Verdacht stünden, Abrechnungsbetrug zu begehen oder einen regelrechten Schwarzmarkthandel mit Medikamenten wie Methadon zu betreiben, würden umgehend kontrolliert und, sollten sich die Verdachtsmomente erhärten, der Staatsanwaltschaft gemeldet.

„Es ist ausgesprochen verwunderlich, daß Dr. Weber, der doch in der Drogentherapie und den damit verbundenen Vorschriften bewandert ist, direkt an die Öffentlichkeit getreten ist und nicht die zuständigen Stellen eingeschaltet hat, ergänzte Hofmann.

 

Gemeinsame Pressemitteilung von Bezirksärztekammer Kassel und Bezirksstelle Kassel der Kassenärztlichen Vereinigung.