Warnung vor dem Schönheitswahn

Die Landesärztekammer wendet sich gegen Schönheitsoperationen im Fernsehen

„Was in `The Swan` gezeigt worden ist, war einfach schlecht und unseriös" kommentiert Dr. med. Ursula Stüwe, Präsidentin der Landesärztekammer Hessen, die erste Folge der jüngsten Fernsehserie über sogenannte Schönheitsoperationen. Den Zuschauern sei vorgegaukelt worden, daß sich durch Eingriffe Probleme lösen ließen. „Das ist nicht nur falsch, sondern in höchstem Maß gefährlich."

In der Fernsehsoap werden die zuvor nach optischen Handicaps ausgewählten Kandidaten mit Hilfe von Skalpell und Stylingberatern innerhalb weniger Wochen äußerlich vollständig verändert. Die angeblich häßlichen Entlein, so suggerieren die Filmemacher, verwandeln sich in wenigen Folgen in stolze Schwäne. „Völliger Blödsinn" erklärt Stüwe, die als Chirurgin an einer Wiesbadener Klinik tätig ist. „Ich bin davon überzeugt, daß man den Kandidatinnen besser durch psychologische Beratung und durch Sport hätte helfen können." Auch seien die psychischen Folgen der Operationen noch völlig unklar.

Dringend warnt Stüwe vor dem Einfluß, den die Medien mit der Darstellung schönheitschirurgischer Operationen auf junge Menschen ausübten. Ihnen werde vorgegaukelt, daß sich jeder nach Wunsch verschönern lassen könne. „Gerade Jugendliche schätzen jedoch die damit verbundenen Risiken noch nicht richtig ein", ergänzt die Kammerpräsidentin. Schon jetzt würden zehn Prozent der plastischen Eingriffe an Jugendlichen unter 20 Jahren vorgenommen. Ein Trend, der unbedingt aufgehalten werden müsse: „Die Natur hat uns zu Individuen gemacht. Es darf nicht sein, daß wir dem Schönheitswahn erliegen und versuchen, unser Selbstwertgefühl durch die operative Angleichung an vermeintliche Schönheitsideale zu steigern".