Verdacht auf SARS bestätigt - Arzt inzwischen fieberfrei

Frankfurt: Der Verdacht, daß der 32-jährige Arzt aus Singapur, der zur Zeit auf der Isolierstation der Frankfurter Uniklinik behandelt wird, an einer neuen Form der Lungenentzündung (SARS) erkrankt ist, hat sich bestätigt. Auch seine in der 13. Woche schwangere Ehefrau zeigt inzwischen klare Anzeichen der Erkrankung, wie auf der heutigen Pressekonferenz des Universitätsklinikums zu erfahren war.

Ihr Zustand sei "etwas kritisch" zu beurteilen, erklärte der Leiter der Isolierstation am Frankfurter Universitätsklinikum, PD. Dr. med. Reinhard Brodt. Seit Montagabend habe sie konstant Fieber. Der Schwiegermutter des erkrankten Arztes, die unter schwächeren und weniger eindeutigen Symptomen von SARS gelitten habe, gehe es hingegen wieder gut. Auch der Arzt selbst sei seit gestern abend fieberfrei.

Die bei den Patienten in Frankfurt festgestellten Symptome - hohes Fieber, pulmonale Symptome, Knochen- und Muskelschmerzen - entsprächen genau den von der WHO für SARS aufgestellten Kriterien, sagte Brodt. Als behandelnder Arzt in einem Krankenhaus in Singapur sei der 32-jährige Arzt in der Zeit vom 3. bis 9. März - also vor der Warnung der WHO - mit infizierten Personen in Kontakt gekommen und habe zwei Patienten ohne Mundschutz behandelt.

Daß der Erreger noch nicht feststehe, berichtete der Virologe der Frankfurter Universitätsklinik, Prof. Dr. med. Hans Wilhelm Doerr. Ein erster Verdacht sei auf Paramyxo Viren gefallen, die unter dem Mikroskop gefunden worden seien. Allerdings könne auch ein ganz anderer Erreger für die Erkrankung verantwortlich sein; bei den Paramyxo Viren handele es sich bislang um eine von vielen Spuren. So stünden die Ergebnisse weiterer Labortests noch aus.

Entwarnung konnte inzwischen für die in Leipzig mit Verdacht auf SARS behandelten Patienten gegeben werden. "Wir leben in der Influenza -Saison", hob Dr. med. Angela Wirtz vom Hessischen Sozialministerium hervor. Nicht jeder Husten und nicht jedes Fieber seien Zeichen für eine Ansteckung mit SARS. Selbst dann nicht, wenn man gerade von einem Asien-Aufenthalt zurückgekommen sei. " Es ist nicht ganz Asien von dieser Krankheit überzogen", unterstrich Wirtz. Da diese vielmehr in einigen Krankenhäusern zu lokaliseren sei, sei es vor allem nötig, das Krankenhauspersonal zu schützen.

Das Hessische Sozialministerium hat in Abstimmung mit der Flughafenklinik des Rhein-Main-Flughafens ein Flugblatt entwickelt, mit dem Passagiere über SARS informiert und bei möglichen Symptomen an die Flughafenklinik weiter verwiesen werden.