SARS: Ärztekammer warnt vor Hysterie

Bei aller Verpflichtung zu Sorgfalt und Wachsamkeit warnt die Landesärztekammer Hessen vor Hysterie angesichts einer möglichen Bedrohung durch die Lungenkrankheit SARS. "Die umfangreichen Vorkehrungsmaßnahmen von Behörden, Fluggesellschaften und Flughäfen lassen es unwahrscheinlich erscheinen, daß SARS (Severe Acute Respiratory Syndrom) in größerem Umfang auch in Deutschland auftritt", erklärte Kammerpräsident Dr. med. Alfred Möhrle heute in Frankfurt.

"Außerdem sollte man das tödliche Risiko im Falle einer Ansteckung nicht dramatisieren." So handele es sich bei SARS zwar um eine gefährliche Erkrankung mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen. Allerdings liege die Sterblichkeit mit etwa 5 Prozent niedriger als bei vielen hier schon heimischen Infektionskrankheiten, sagte Möhrle.

Er betonte jedoch, daß sich die Kammer selbstverständlich den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO anschließe, die gegenwärtig von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Hongkong, Peking und in die Provinzen Shanxi und Guangdong (Volksrepublik China) sowie nach Toronto (Kanada) abrät. Auf diese Weise könne einer weiteren Verbreitung von SARS vorgebeugt werden.