Frankfurt

 

Frankfurt am Main – Modern und traditionsbewusst

Geschäftig und modern, temperamentvoll und kreativ, traditionsbewusst und gemütlich: Frankfurt am Main, mit rund 690.00 Einwohnern laut Eigendefinition die kleinste Metropole der Welt, ist eine Stadt der Gegensätze und der Superlative: Das höchste Hochhaus Europas, das dichteste Bankennetz weltweit, der größte deutsche und drittgrößte europäische Flughafen, eine der bedeutendsten Messen der Welt – sie gehören ebenso zu der Mainmetropole wie das Frankfurter Nationalgetränk Apfelwein, auch "Ebbelwoi" oder "Stöffche" genannt, und die berühmte Frankfurter "Grie Soß" (Grüne Soße).

Lukullische Spezialitäten, die ohne den 8.000 Hektar großen Frankfurter Grüngürtel – einer der größten zusammenhängenden innerstädtischen Grünräume überhaupt – undenkbar wären. In diesem ein Drittel der Stadtfläche einnehmenden Landschaftsschutzgebiet liegen Streuobstwiesen mit Apfelbäumen für den Ebbelwoi und Gemüsegärten, aus denen die Kräuter für die Grie Soß stammen.

Euro Zeichen
Euro-Denkmal
  Gruene Sauce
Grüne Soße

 

Einzigartige Skyline

Die berühmte Frankfurter Skyline zieht – nicht nur – Architekturliebhaber in ihren Bann. Neben den höchsten Gebäuden Deutschlands, darunter der Europaturm (auch Fernsehturm oder "Ginnheimer Spargel" genannt) mit 337,5 Metern Höhe, der Commerzbank Tower mit 259 Metern oder der 2014 bezugsfertige, 185 und 165 Meter hohe Bürodoppelturm der Europäischen Zentralbank, zählen auch historische Türme wie der gotische Dom und weitere Kirchtürme zu Frankfurts Silhouette. Sie überragen die Dächer der Frankfurter Altstadt mit Römerberg, Rathaus Römer und Paulskirche.

In den meisten der himmelwärts strebenden Hochhäuser, die der Stadt den Beinamen "Mainhattan" eingebracht haben, residieren in- und ausländische Banken. Über 227 Kreditinstitute verteilen sich über die Mainmetropole, 162 von ihnen stammen aus dem Ausland. Dass Frankfurt am Main Deutschlands Finanzplatz Nummer Eins ist, hat im Wesentlichen drei Gründe: Frankfurt am Main ist Sitz der Europäischen Zentralbank und der Deutschen Bundesbank, verfügt über eine historisch gewachsene Rolle als Banken-, Börsen- und Messeplatz und ist zentral gelegen – in Deutschland und Europa. Wer mittags die Lokale der Frankfurter City erkundet, kann Bankern beim "Lunchen" Gesellschaft leisten.

FFM Skyline
Bankenviertel

 

Blickpunkt Wirtschaft

Frankfurt am Main bietet ca. eine halbe Million sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in rund 44.000 Unternehmen. Wie zentral die Stadt als Arbeitsort ist, spiegelt sich in dem Strom von 300.000 Pendlern pro Tag wider. Die Arbeitslosenquote liegt unter dem Bundesdurchschnitt.

Verschiedene Pharmaunternehmen haben in Frankfurt am Main und Umgebung ihren Sitz. Als innovativer Chemie- und Pharmastandort im Herzen Europas gilt der Industriepark Frankfurt-Höchst.

Wie ein Magnet lockt die Messe jedes Jahr Besucher aus Nah und Fern nach Frankfurt am Main. Das heutige Messegelände befindet sich im Westen der Stadt. Auf rund 475.000 Quadratmetern finden hier jährlich ca. 40 Messen verteilt über zehn große Messehallen statt. Am bekanntesten dürften die Frankfurter Buchmesse und die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) sein.

Doch Frankfurt am Main ist weit mehr als die Stadt der Wirtschaft und des Geldes. Früher einmal als "Bankfurt" gescholten, hat sich die Mainmetropole längst zu einem pulsierenden und facettenreichen Mittelpunkt der Rhein Main Region entwickelt. "… es will merr net in mein Kopp enei: wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!", reimte schon im Jahr 1880 der Frankfurter Mundart-Dichter Friedrich Stoltze.

Im Schatten der Bankentürme tummeln sich viele Kreative: Junge Designer im Stadtteil Sachsenhausen, Werber entlang der Hanauer Landstraße im Frankfurter Osten, Galeristen rechts und links der Fahrgasse in der Frankfurter Innenstadt und Künstler im einst als Rotlichtviertel der Stadt berüchtigten Bahnhofsviertel.

Bulle und Baer
Börse Frankfurt mit Bulle und Bär

Messe Frankfurt Forum
Messe Frankfurt

 

Wissenschaft und Forschung

Als Standort für Wissenschaft und Forschung schaut die Stadt am Main auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Über 70 Einrichtungen und Institute arbeiten in der national und international bedeutenden Forschung und Entwicklung. Zu den international bekannten Forschungseinrichtungen zählen die drei Max-Planck-Institute (Biophysik, Hirnforschung und europäische Rechtsgeschichte), das Senckenberg Forschungsinstitut und das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF). Größte Lehr- und Forschungsinstitutionen in der Mainmetropole mit über 45.000 Studenten sind die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Fachhochschule Frankfurt am Main. 

Senckenberg Museum
Senckenberg-Museum

 

Medizin und Gesundheit

Die Themen Gesundheit und Medizin spielen in Frankfurt am Main seit jeher eine herausragende Rolle. Als internationale Stadt und wirtschaftliches Ballungszentrum ergeben sich hier besondere Arbeits-, Lebens- und Umweltbedingungen, die sich auch auf den Gesundheitsbereich auswirken.

16 Krankenhäuser gibt es in der Mainmetropole. In 32 Fachkliniken und klinisch theoretischen Instituten bietet das Universitätsklinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität medizinische Versorgung. Der enge Bezug zur Wissenschaft – Klinikum und Fachbereich Medizin betreiben zusammen 20 Forschungsinstitute – sichert den Patientinnen und Patienten eine zeitnahe Umsetzung neuer Erkenntnisse in die therapeutische Praxis.

2.731 Krankenhausärztinnen und -ärzte und 1.734 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, sowie 110 Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst (Staatsdienst) und 1.267 Kolleginnen und Kollegen (sonstige ärztliche Tätigkeit) kümmern sich um die Gesundheit der Patientinnen und Patienten.

Frankfurt am Main ist Gründungsmitglied des Gesunde Städte-Netzwerkes. Bürgerinnen und Bürger können sich an zahlreiche Beratungsstellen, auch zur Gesundheitsprävention wenden. Das Frankfurter Amt für Gesundheit bietet Leistungen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Gesundheit an.

Uni Klinik
Universitätsklinikum der Universität Frankfurt

 

Bewegte Geschichte

Auch wenn sich Frankfurt am Main als moderne Stadt präsentiert – seine urkundlich belegte Stadtgeschichte reicht weit zurück. Am 22. Februar 794 veranstaltete Karl der Große in "Franconofurd" eine Reichssynode, eine Tagung von europäischer Bedeutung.

Die Stadt bewahrte sich, vor allem bis zur 1848-Revolution, ihre große politische Bedeutung. Seit 1356 war der Frankfurter Dom Schauplatz der deutschen Königswahlen. Rund 200 Jahre später fanden hier auch die deutschen Kaiserkrönungen statt. Die dreigiebelige Fassade des heutigen Rathauses Römer zählt zu den Wahrzeichen der Stadt. In den Römerhallen und auf dem Römerberg fanden schon im Mittelalter Messen statt. Heute ist der Römerberg das Herz der historischen Altstadt und beliebte Anlaufstelle für Touristen. Im Januar 2011 wurde hier der Grundstein für die "neue" Altstadt gelegt. Das Quartier um den Römerberg wird in den nächsten Jahren nach historischem Vorbild rekonstruiert. Unweit des Römers steht die Paulskirche, in der 1848 erstmals eine deutsche Nationalversammlung zusammentrat. Die Paulskirche gilt seither als Wiege der deutschen Demokratie.

Roemer
Römer

Steinernes Haus
Steinernes Haus
  Paulskirche
Paulskirche

 

Kultur

Frankfurt am Main ist ein Eldorado für Kunstfreunde: Wie Glieder einer Kette reihen sich die Museen am Museumsufer aneinander – dreizehn in unmittelbarer Nähe des Mains und eines direkt auf der Maininsel. Einige Gebäude aus dem 19. Jahrhundert wurden entkernt und erhielten ein neues Innenleben. Ihre Fassaden prägen nach wie vor das Flussufer. Die Palette reicht vom Haus Giersch, einem Museum Regionaler Kunst, dem Liebighaus mit seiner umfangreichen Skulpturensammlung, der berühmten Gemäldegalerie des Städel Museums über eine alte Patriziervilla, die von dem Architekten Oswald Mathias Ungers zum Deutschen Architektur Museum umgestaltet wurde, bis hin zum Museum für Angewandte Kunst; es wurde von dem New Yorker Architekten Richard Meier entworfen. Auf der anderen Seite des Mainufers stößt der kulturinteressierte Besucher auf das Jüdische Museum, das gemeinsam mit seiner Dependance Museum Judengasse am Börneplatz über die historische Entwicklung religöser Kultur der jüdischen Gemeinde in Frankfurt vom 12. bis zum 20. Jahrhundert informiert und ergänzend zur Dauerausstellung regelmäßige Wechselausstellungen zeigt. In der Nähe des Kaiserdoms befinden sich u.a. die Kunsthalle Schirn, das Steinerne Haus, das Leinwandhaus mit dem caricatura museum frankfurt und das Museum für Moderne Kunst. Doch auch die Stadtteile haben einiges zu bieten: In Bockenheim steht das bedeutende Senckenbergmuseum, das als das größte Naturmuseum Deutschlands gilt. Die "Nacht der Museen" und das "Museumsuferfest" gehören in jedem Jahr zu den Höhepunkten der Ausstellungshäuser.

Staedel Museum
Städel-Museum am Museumsufer

 

Auch Freunden der darstellenden Künste bietet die Mainmetropole ein hervorragendes Bühnen-Angebot. Mehr als hundertmal in der Woche hebt sich der Vorhang für die Vorstellungen auf den rund 20 Bühnen und für ca. 30 freie Gruppen. Die Oper Frankfurt ist im Zuge einer Kritikerumfrage bereits mehrmals als "Opernhaus des Jahres" ausgezeichnet worden. Das Schauspiel Frankfurt beeindruckt mit wegweisenden Vorstellungen, neben modernen Stücken sind auch Klassiker im Repertoire. Gerne werden Dramen von Frankfurts berühmtesten Sohn Johann Wolfgang von Goethe inszeniert. Am 28. August 1749 kam er in Frankfurt am Main zur Welt und verlebte seine Jugend hier. Sein Geburtshaus zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Frankfurt am Main und findet Ergänzung durch das Goethe-Museum. Ein weiterer gebürtiger Frankfurter ist – nicht nur – mit seinen Kinderbüchern weit über die Grenzen Frankfurts bekannt geworden: Heinrich Hoffmann, der Erfinder des Struwwelpeters. Das Struwwelpeter-Museum im Frankfurter Westend zu Ehren des Psychiaters, Lyrikers und Kinderbuchautors ist einen Besuch wert.

Barock am Main
Barock am Main, Szenenausschnitt

Alte Oper
Alte Oper

 

Erholung

Erholung finden Einheimische und Touristen in den Frankfurter Grünanlagen, den rund 50 Parks der Stadt und am Mainufer. Auch der Palmengarten und der Frankfurter Zoo sind beliebte Ausflugsziele. Als grüne Lunge bietet der das Stadtgebiet umringende Grüngürtel vielfältige "Entdeckungsreisen" von der Schwanheimer Düne bis hin zur Komischen Kunst in den Niddaauen.

Der von Heinrich Siesmayer nach englischen und französischen Vorbildern gestaltete und 1871 eröffnete Palmengarten an der Bockenheimer Landstraße geht auf eine private bürgerliche Initiative zurück. Den Grundstock der botanischen Sammlung bildete der Kauf der herzöglich nassauischen Sammlung tropischer Pflanzen. Die exotischen Pflanzen ebenso wie Konzerte und Bälle, die dort gefeiert wurden, machten den Palmengarten schon früh zur viel gerühmten Attraktion Frankfurts. Heute ist die Stadt Träger dieser Sehenswürdigkeit, die mit 22 Hektar zu den größten und meist besuchten Gärten in Deutschland gehört.

Morgens Joggen im Grüneburgpark, nachmittags Cappuccino in der Fressgass', abends in die Oper oder ins Schauspiel und anschließend Dinner mit Blick auf die nächtliche Skyline. Wer's rustikaler mag, tourt alternativ durch die Apfelweinwirtschaften in Sachsenhausen und anderen Frankfurter Stadtteilen: Leben in Frankfurt am Main bedeutet längst nicht mehr nur Aktienkurse zu studieren oder an der Börse zu spekulieren. In Frankfurt am Main werden auch Kultur, Kreativität, Innovationen und Lebensfreude groß geschrieben.

Nidda
Nidda

Chinesischer Garten
Chinesischer Garten

Palmengarten
Palmengarten

Text: Katja Möhrle