Die Kehrseite der Solarienbräune

 

Die Landesärztekammer warnt vor den gesundheitlichen Gefahren künstlicher UV-Strahlung

Das Solarium ist keine ungefährliche Alternative zum Sonnenbad. Seit Jahren weisen Hautärzte immer wieder auf die Gesundheitsrisiken künstlicher UV-Strahlung hin. Leider mit geringem Erfolg, da gebräunte Haut als schön empfunden wird. Außerdem stillt der Solarienbesuch gerade in der dunkleren Jahreszeit die Lust auf Licht und Wärme. Seine Kehrseite sind mögliche gesundheitliche Schäden wie vorzeitige Hautalterung, Hautkrebs und Augenschäden.

Die Landesärztekammer Hessen warnt daher vor einer unkritischen und nicht sachgerechten Nutzung künstlicher UV-Strahlung im kosmetischen und Wellness-Bereich. Medizinisch indizierte UV-Strahlung im Rahmen von Therapie-Maßnahmen ist von dieser Warnung nicht betroffen.

Wer dennoch nicht auf den Gang ins Sonnenstudio oder auf sein Bräunungsgerät zu Hause verzichten wolle, sollte wenigstens versuchen, die Gefahren gering zu halten, rät Prof. Dr. Wolf-Bernhard Schill, Leiter der Hautklinik des Universitäts-Klinikums in Gießen. Dazu gehört, den eigenen Hauttyp bestimmen zu lassen und die künstliche Strahlung niedrig zu dosieren. Jeder sollte zunächst mit seinem Hautarzt abklären, ob ein erhöhtes individuelles Risiko vorliegt. Hautkrankheiten, die Einnahme von Medikamenten oder die Neigung zu allergischen Hautreaktionen machen eine solche Vorabklärung unabdingbar.

Auf keinen Fall sollen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Solarien nutzen. Besonders gefährdet sind auch Menschen mit heller, empfindlicher Haut (Hauttyp I), vielen oder besonders auffälligen Pigmentmalen und Sommersprossen sowie Personen, die an Hautkrebs bzw. Vorstufen davon erkrankt sind. Für sie verbietet sich der Besuch eines Sonnenstudios von selbst.

Entscheidend für die Reduzierung der Risiken ist die Qualität des Sonnenstudios. Nicht zugelassene oder schlecht gewartete Geräte und unqualifiziertes Personal erhöhen die Gefahren der künstlichen UV-Bestrahlung erheblich. Vor Sonnenbrand, der das Hautkrebsrisiko langfristig deutlich erhöht, ist man auf der Sonnenbank nicht gefeit. Stichprobenartige Messungen des Bundesamtes für Strahlenschutz haben ergeben, dass ein großer Teil der untersuchten Solarien Bestrahlungsintensitäten aufweist, die die der Mittagssonne am Äquator um ein Vielfaches übertreffen. Innerhalb von 5 Minuten kann dies zu einem Sonnenbrand führen. "Jeder Sonnenbrand hinterlässt bleibende Schäden an der Haut", mahnt der Hauptgeschäftsführer der Landesärztekammer, Dr. Michael Popovic.

 

Weiterführende Links: