Impfungen

 

Was ist eine Impfung?

 

Es gibt zwei Arten der Impfung:

Die Aktivimpfung baut einen körpereigenen Schutz vor Krankheitserregern auf, um einer Infektion vorzubeugen. Die Impfung ist die Nachahmung einer Infektion, gegen deren Erreger der Körper Abwehrstoffe produziert. In der Regel dauert solch ein Prozess mindestens ein bis zwei Wochen. Der Körper ist außerdem in der Lage Erinnerungszellen anzulegen, die bei Erneutem Kontakt mit dem Erreger jederzeit in der Lage sind, Antikörper nachzuproduzieren. Unser Körper ist also "aktiv", da er selbst Antikörper bildet.

Bei einer Passivimpfung werden fremde Antikörper gegen die jeweiligen Erreger gespritzt. Diese Antikörper stammen entweder vom Menschen oder von Tieren, die geimpft wurden und Antikörper gebildet haben. Wenn sich der Körper bereits mit dem krank machenden Erreger infiziert hat und für eine aktive Immunisierung nicht mehr genügend Zeit bleibt, werden die gebildeten Antikörper verabreicht. Diese Antikörper sind sofort wirksam und in der Lage den Krankheitserreger in kürzerster Zeit zu vernichten. Da sie aber vom Körper abgebaut werden, hält der Impfschutz nach einer passiven Impfung nur maximal drei Monate an. Es ist also "passiv", da das Immunsystem nicht daran beteiligt ist.

 

Empfohlene Standardimpfungen:

(siehe auch die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO))


Diphtherie

ist eine Erkrankung der oberen Atemwege, die durch das Gift des Diphtherie-Bakteriums hervorgerufen wird. Bei infizierten Menschen schwillt die Schleimhaut im Rachen an und sie bekommen kaum noch Luft. Deshalb führt Diphtherie oft zum Tode.


Tetanus

ist eine Erkrankung, die durch das Gift des Tetanus-Bakteriums hervorgerufen wird. Bei infizierten Menschen erstarrt die Muskulatur des ganzen Körpers krampfartig. Im Verlauf der Erkrankung können die Infizierten nicht mehr sprechen und ihre Atmung setzt aus.


Keuchhusten

ist eine Infektionskrankheit der Atemwege (Nase, Rachen, Luftröhre, Lunge), die zu Atembeschwerden führt. Verursacher der Krankheit sind Bakterien. Keuchhusten ist eine der ansteckendsten Krankheiten. Am häufigsten erkranken Säuglinge und kleine Kinder.


Hib (Haemophilus influenzae Typ b)

ist KEINE Virusgrippe, sondern eine Bakterielle Erkrankung. Zu ihren Symptomen zählen Entzündungen der Nasenbeinhöhlen, der Ohren, des Nasen-Rachen-Raumes, des Kehlkopfs und auch der Hirnhälfte. Die Kehldeckelentzündung ist sehr gefährlich, da sie schnell zu Erstickungen führen kann. Auch die durch Hib verursachte eitrige Hirnhautentzündung kann trotz Behandlung zu bleibenden Schäden, in manchen Fällen sogar zum Tod führen. Besonders kleine Kinder sind durch diese Erkrankungen gefährdet.


Kinderlähmung, auch Polio

genannt ist eine fieberhafte Virusinfektion. Vor allem die motorischen Nervenzellen im Rückenmark, werden vom Erreger bevorzugt. Somit kann es zu bleibenden Lähmungen, in seltenen Fällen auch zum Tod kommen.


Hepatitis B

ist eine hochansteckende Viruserkrankung der Leber. Sie geht mit Fieber, gelegentlich auch Gelenkschmerzen einher. Die Haut färbt sich gelblich (Gelbsucht) und Unwohlsein, Kopf-, Leib- und Gliederschmerzen kommen hinzu. Gefährlich ist es, wenn die Krankheit chronisch verläuft, weil sich daraus Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickeln können.


Masern

sind eine ansteckende und weltweit verbreitete Infektion der oberen Atemwege mit einem roten, fleckigen Hautausschlag. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Sie führen häufig zu Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen. Masern werden durch Tröpfcheninfektion, also beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen.


Mumps

ist eine ansteckende Viruskrankheit, bei der die Ohrspeicheldrüse anschwillt. Bei Erwachsenen können auch andere Organe von der Infektion betroffen sein. Ungefähr 40% der Erkrankten leiden unter keinerlei Symptomen. Eine Infektion mit Mumps führt zu einer lebenslangen Immunität.


Röteln

werden von Viren verursacht. Auch bei Röteln kommt es zu einem rötlich-fleckigem Ausschlag am ganzen Körper, der leicht mit Masern oder Scharlach verwechselt werden kann. In vielen Fällen verursacht die Infektion mit dem Röteln-Virus nur eine stark abgeschwächte Form der Erkrankung. Trotzdem entwickelt sich eine lebenslange Immunität.


Windpocken (Varizellen)

sind eine sehr ansteckende Viruserkrankung. Typisch ist der stark juckende Hautausschlag mit Bläschen, die später eintrocknen und verschorfen. Mögliche Komplikationen: Bakterielle (Haut-) Entzündungen, Lungenentzündung, Gürtelrose im Alter. Auch kann eine Windpocken-Infektion Mutter und Kind in der Schwangerschaft schwer schädigen.

 

Impfkalender:

Impfkalender Für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene

 

Vollendeter Monat

Vollendetes Jahr

Impfung gegen

2.

3.

4.

11-14

15-23

5-6

9-17

ab 18

ab 60

Diphterie

1.

2.

3.

4.

 

A

A

A d)

Tetanus

1.

2.

3.

4.

 

A

A

A d)

Keuchhusten(Pertussis)

1.

2.

3.

4.

 

 

A

 

 

Hib

1.

2. a)

3.

4.

 

 

 

 

 

Kinderlähmung

1.

2. a)

3.

4.

 

 

A

 

 

Hepatitis B

1.

2. a)

3.

4.

 

 

G

 

 

Masern, Mumps, Röteln

 

 

 

1.

2.

 

 

 

 

Windpocken (Varizellen)

 

 

 

1.

 

 

e

 

 

Influenza b)

 

 

 

 

 

 

 

 

S

Pneumokokken c)

 

 

 

 

 

 

 

 

S


A Auffrischungsimpfung: Diese sollte möglichst nicht früher als 5 Jahre nach der vorhergehenden letzten Impfdosis erfolgen.

G Grundimmunisierung aller noch nicht geimpften Jugendlichen bzw. Komplettierung eines unvollständigen Impfschutzes

S Standardimpfung = Regelimpfung

a) Bei Einzelimpfstoffen und Impfstoffen ohne Pertussisanteil kann diese Dosis entfallen

b) jährlich mit aktuellem Impfstoff

c) mit Polysaccharid-Impfstoff. Wiederimpfung:alle 6 Jahre

d) Wiederimpfung alle 10 Jahre

e) Impfung von Jugendlichen die noch nicht an Windpocken erkrankt waren und auch noch keine Windpockenimpfung erhalten haben.

 

ACHTUNG !!!

Oft werden Impfungen, die später begonnen wurden als empfohlen nicht zeitgerecht fortgesetzt. Außerdem wird öfters bei der Schuleingangsuntersuchung festgestellt, dass unzureichend geimpfte Kinder nur über einen mangelhaften Impfschutz verfügen.

Es wird dringend zum Schutz des Kindes empfohlen, möglichst frühzeitig die empfohlenen Impfungen durchzuführen und spätestens bis zum Alter von 14 Monaten die Grundimmunisierung zu vollenden. Spätestens aber vor dem Schuleintritt, für einen vollständigen Impfschutz Sorge zu Tragen. Außerdem sind bis spätestens zum vollendetem 18. Lebensjahr bei Jugendlichen versäumte Impfungen nachzuholen.

 

Impfung während der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft besteht ein hohes Risiko, das ungeborene Kind durch Impfungen zu schädigen. Deshalb sollten nur dringende Impfungen durchgeführt werden.
Während des ersten Schwangerschaftsdrittels sollten Impfungen ganz vermieden werden.
Es sollten auf jeden Fall vor der Impfung einer Schwangeren Nutzen und Risiko gegeneinander abgewogen werden.

 

Impfung bei HIV und Aids

HIV-Infizierte sollten alle empfohlenen Impfungen bekommen. Ausnahme sind die Schluckimpfung gegen Kinderlähmung und die Impfung gegen Windpocken und Tuberkulose.
Jedoch sollten einen HIV-Infizierten, der bereits am Aids erkrankt ist,
keine Lebendimpfstoffe mehr verabreicht werden.

 

Wann darf man impfen und wann nicht?

Auch wenn folgende Fälle eintreten, darf/sollte man impfen:

  • geringe Temperaturerhöhung auf 38,5° bei banalen Infekten
  • Kontakt mit Menschen, die ansteckende Krankheiten haben
  • ein in der Familie bekannter Fall von Epilepsie
  • Hautausschlag oder begrenzte Entzündungen der Haut
  • Behandlungen mit niedrig dosiertem Kortison, kortisonshaltigen Salben, Cremes oder Antibiotika
  • Gelbsucht bei Neugeborenen
  • eine chronische Krankheit sowie eine fortschreitende Erkrankung des zentralen Nervensystems
 

Weiterführender Link: