Schlafstörungen ernst nehmen

Schlaf ist ein lebenswichtiges Grundbedürfnis aller Menschen. Gesunder Schlaf stärkt die Leistungsfähigkeit und fördert das Wohlbefinden. Doch was tun, wenn "der Schlaf nicht kommt"?

Mehr als zehn Prozent aller Deutschen leiden unter Schlafstörungen. Diese äußern sich in den unterschiedlichsten Formen, die sich grob in vier Gruppen von Krankheitsbildern unterteilen lassen:

  • Insomnie (Ein- und Durchschlafvermögen)
  • Hypersomnie (übermäßige Tagesschläfrigkeit)
  • Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus (z.B. durch Jet-lag oder Schichtarbeit)
  • Parasomnie (schlafgebundene Störungen wie Schlafwandeln, Zähneknirschen, Alpträume)


Gestörter Schlaf kann sich schwerwiegend auf die Gesundheit auswirken. Folgeerscheinungen sind häufig Herz-Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, ein geschwächtes Immunsystem und/oder verminderte Leistungsfähigkeit.

Ursachen für Schlafstörungen können sein:

  • unregelmäßige Schlafenszeiten
  • schlechte Schlafbedingungen (z.B. Lärm, schlechte Luft, Hitze)
  • zu schweres Essen vor dem Schlafengehen
  • übermäßiger Alkohol- und/oder Koffeingenuss (Alkohol führt zu unruhigem Schlaf und beeinflusst frühes Aufwachen)
  • Überreizung durch zu langes Fernsehen oder zu harte Arbeit
  • psychische Erkrankungen (z.B. Depressionen)
  • seelische Probleme
  • körperliche Erkrankungen (auch Nebenwirkungen von Medikamenten)
  • Missbrauch von Schlaftabletten


Um gesunden Schlaf positiv zu beeinflussen rät die Bundesärztekammer:

  • gute Schlafbedingungen schaffen (ruhige Umgebung, abgedunkelte Räume, angemessener Liegeplatz)
  • einen regelmäßigen Tagesrhythmus einhalten
  • bei Einschlafproblemen auf Mittagsschlaf und koffeinhaltige Getränke verzichten
  • regelmäßige Mahlzeiten (abends nicht zu schwer essen)
  • keine sportliche Aktivität am späten Abend und nicht bis zur Erschöpfungsgrenze, stattdessen besser spazieren gehen und bei ruhiger Musik und Gesprächen entspannen
  • bei kalten Füßen warm-kalte Fußbäder nehmen und die Durchblutung anregen
  • bei Angst vor dem Aufgabenberg des nächsten Tages das Vorhaben notieren, um sich Klarheit zu verschaffen und Stress entgegen zu wirken


Darüber hinaus sollte jeder Mensch auf seine innere Uhr hören, die den optimalen Schlafzeitraum vorgibt (meist zwischen 23 und 7 Uhr). Belasten Schlafstörungen dennoch weiterhin, rät die Bundesärztekammer dringend von der Eigenbehandlung (besonders mit Schlafmitteln) ab. Stattdessen lautet die Empfehlung, die Ursachen für Schlafstörung mit professioneller Unterstützung durch einen Arzt herauszufinden, um schnellstmöglich zu gesundem Schlaf zu gelangen.